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Bei den Krampfanfällen, die anfangs über eine oder auch
mehrere Muskelgruppen bald kürzere bald längere Zeit
verbreitet sein können, ist das Verhalten des Sensoriums
sehr wechselnd. Bisweilen bleibt während des ganzen
Anfalls ungetrübtes Bewußtsein bestehen, bisweilen tritt
Bewußtseinstrübung ein, deren Qrad sehr verschieden
sein kann. Oftmals fühlt der Patient das Auftreten des
ersten Spasmus in der Hand bezw. im Fuße je nach dem.
Sobald jedoch das Gesicht ergriffen wird, der Kopf und
die Augen sich nach der krampfenden Seite drehen,
schwindet das Bewußtsein. Auch wenn die andere
Körperseite ergriffen wird, ist das Auftreten der Bewußt
losigkeit fast ausnahmslos konstatiert worden. Ob nun
ein Anfall mit oder ohne Bewußtlosigkeit einhergeht, kann
sogar bei ein und demselben Individuum noch wechseln.
Ebenso ist die Häufigkeit der Anfälle sehr verschieden.
Man hat Intervalle von Tagen, Wochen, Monaten, ja
sogar Jahren beobachtet. Bei Reizzuständen in den
motorischen Rindenzentren kommt es späterhin in der
Regel zu Lähmungen, die anfangs vorübergehender Natur
sind, den Charakter der Monoplegie haben und gewöhn
lich an dem Körperteile beginnen, an dem sich die moto
rischen Reizerscheinungen zuerst eingestellt haben. Im
weiteren Verlaufe pflegt sich eine stationäre Monoplegie
und eine Parese der Muskelgebiete auszubilden, deren
Zentren dem zuerst durch den Tumor beeinträchtigten
Gebiete nahe gelegen sind. Des öfteren entwickelt
sich später eine Hemiplegie, jedoch nehmen die Blick-,
Schling-, Kau-, Kehlkopf- und Stammuskulatur fast nie
mals an den dauernden Lähmungszuständen teil, wenn
auch gelegentlich vorübergehende Paresen beobachtet
worden sind. Die Reflexe der central gelähmten Extremi
täten sind gesteigert, die elektrische Erregbarkeit sowohl
der Muskeln als auch der Nerven ist in der Regel gegen
die der gesunden Seite nur wenig herabgesetzt. Oppen

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