7
Leib weich, nicht empfindlich.
Urin o. E., o. Z.
6. II. 06. Pat. macht etwas benommenen Eindruck, war
nachts ruhig, hat gut geschlafen.
Auf Befragen erklärt er, daß er nicht in Erfurt gewesen,
wisse er jetzt; das übrige sei ihm aber so lebhaft vor Augen
gewesen, daß er es nicht für bloß erträumt halten könne.
Nachmittags. Hat den Tag über viel geschlafen. Ist
etwas klarer, sagt, es sei wohl alles nur erträumt gewesen.
7. II. Hat nachts gut geschlafen, ist noch etwas matt,
psychisch durchaus klar, sieht ein, daß all sein letzt Erlebtes
lediglich Sinnestäuschung war. Er habe nur Halsschmerzen
und Fieber gehabt, keinen Hautausschlag.
8. II. Klar und geordnet, schläft gut, ist guter Stimmung,
beschäftigt sich mit Lesen, unterhält sich mit seinen Stuben
genossen. Appetit und Stuhl ist in Ordnung, keinerlei Klagen.
9. II. Ruhig, geordnet, frei von Beschwerden. Er
erzählt, er habe bei der Kaisergeburtstags-Feier 27. I. viel ge
trunken und vertrage nichts. In der darauf folgenden Nacht
habe er sich übergeben. Am nächsten Tage ging es ihm
einigermaßen, der Kopfschmerz schwand. Aber am Montage,
29. I., früh beim Erwachen war der Hals dicht, und er hatte
Schauer. Er war noch den halben Vormittag im Geschäft,
ging dann nach Haus. Im Krankenhause war er zunächst
noch klar im Kopfe, darauf begann das Phantasieren. Als er
nach beendetem Transporte hier in Kiel erwachte, war er
schon klar, wußte genau, wo er sich befand. Seither sind
ihm solche verkehrten Gedanken nicht mehr wiedergekehrt.
10. II. wird er als geheilt entlassen.
Die Temperatur hat hier nie mehr als 37,4 betragen.
Die vom hiesigen hygienischen Institute angelegten Blut
kulturen zeigten Kolonien von Staphylococcus albus und Pseudo-
diphteriebazillen.
Kurz zusammengefaßt handelt es sich hier um einen
23 jährigen Buchhalter, der von jeher an Kopfschmerzen ge
litten hat und in dieser Beziehung wohl vom Vater her erblich
belastet ist. Wenn er auch laut Aussage immer solid gewesen
ist, so hat doch, wie er am 9. II. selbst bekannte, am 27. I.
ein größerer oder geringerer alkoholischer Exzeß stattgefunden.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.