Full text: Beitrag zur Lehre von den Psychosen nach akuten Infektionskrankheiten

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Am 5. Februar 1906 wurde P. G., 23 Jahre alt, Buch 
halter, in die hiesige psychiatrische und Nervenklinik eingeliefert. 
Die vom begleitenden Schwager und der Krankenschwester 
abgegebene Anamnese lautet: 
Vater des Patienten habe stets an heftigen Kopfschmerzen 
gelitten. Von Kinderkrankheiten ist nichts bekannt. Auf der 
Mittelschule sei Pat. mittelmäßiger Schüler gewesen. Stets 
gesund. Nur im vorigen Jahre seien ihm Polypen der Nase 
herausgebrannt und die Mandeln herausgeschnitten worden. 
Dies habe ihn sehr mitgenommen. Seitdem habe er sich nicht 
wohl gefühlt. An Kopfschmerzen habe er stets gelitten. Wenn 
dieselben stark würden, habe er eine heiße Stelle auf dem 
Scheitel. Krämpfe, Ohnmächten, Schwindel seien nicht vor 
handen. Er lebe sehr solide. Pat. habe am 27. I. d. J. eine 
Kaisergeburtstags-Feier mitgemacht, sei aber nicht sinnlos be 
trunken gewesen. Schon Tages darauf habe er sich unwohl 
gefühlt. Am 29. I. 06 sei er an einer Halsentzündung er 
krankt; es soll ein kleiner Einschnitt im Zäpfchen gemacht 
worden sein. Anfänglich zu Hause behandelt, sei er am 
30. I. ins Krankenhaus geschickt worden. Am 1. und 2. II. 
Fieber bis über 39°, seitdem fieberfrei. Am Abende des 2. II. 
sei Pat. unruhig geworden, habe Gestalten gesehen und 
Stimmen gehört, vor sich hingesprochen, sei aber im Bette 
geblieben. Am 3. II. fieberfrei, habe er doch immer vor sich 
hingeredet und halluziniert. Am 4. II., besonders vormittags, 
sei er sehr aufgeregt gewesen, habe aus dem Bette heraus 
gedrängt, gezittert, jedoch nicht geschwitzt, sei sehr ängstlich 
gewesen, habe geglaubt, er solle totgeschossen werden, kannte 
seine Umgebung nicht immer. Nach Morphiumeinspritzung 
folgte Beruhigung. Jedoch abends wieder bis 11 Uhr Unruhe.
	        

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