Full text: Über akute infektiöse Wirbelentzündung (Spondylitis infectiosa)

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die beiden Arbeiten: „Über Erkrankungen des roten Knochenmarks, be 
sonders der Wirbel bei Abdominaltyphus“ 1 und „Über Erkrankungen des 
roten Knochenmarks besonders der Wirbel und Rippen bei akuten 
Infektionskrankheiten.“ 2 Die beiden erstgenannten Arbeiten gaben nun 
wieder ihrerseits den Anstoß zu außerordentlich wichtigen klinischen 
Beobachtungen zunächst von Nonne 3 und unabhängig von ihm von Quincke 
(Fall 1, 2 und 3 dieser Arbeit), die letzterer unter der Bezeichnung Spon 
dylitis infectiosa veröffentlichte. 4 
Aus den Arbeiten von Feaenkel geht hervor, daß die infektiöse 
Wirbelosteomyelitis keineswegs eine seltene Erkrankung ist, sondern bei 
den wichtigsten Infektionskrankheiten sogar zur Regel gehört; nur bleibt 
sie klinisch meistens unbemerkt und führt nur äußerst selten zu nach 
weisbaren Symptomen einer Wirbelosteomyelitis. Die mikroskopische und 
die bakteriologische Untersuchung der Wirbel und Rippen haben nämlich 
ergeben, daß es in der Regel gelingt, im Knochenmark entzündliche 
Prozesse, Blutextravasate, Nekroseherde, Anhäufungen von Lymphozyten 
(Lymphome) oder eine Vermehrung der Riesenzellen und oft Bakterien 
im Knochenmark festzustellen, und daß mit dem steril entnommenen 
Knochenmark beschickte Blutplatten nach 24 Stunden oft ungeheuer zahl 
reiche Kolonien der Infektionserreger aufweisen. So waren nach beiden 
Richtungen die Untersuchungen von ausgiebigem Erfolg bei 18 Leichen 
von Individuen, die durch Invasion des Diplococcus lanceolatus Feaenkel- 
Weichselbaum zugrunde gegangen waren, der in 13 Fällen zu Pneu 
monien, in 5 zu Cerebrospinal-Meningitis, Pleuritis oder Pericarditis ge 
führt hatte, ebenso, in allen Fällen positiv, bei 17 Leichen, bei denen 
der Streptococcus pyogenes 7 mal Erysipel, 5 mal Phlegmonen, 1 mal Otitis 
media, Conjunctivitis necroticans und Bronchopneumonie, 1 mal Angina, 
1 mal fibrinöse eitrige Pleuritis und Pericarditis und 1 mal eitrige Cholan 
gitis und Pylephlebitis verursacht hatte. Bei 11 Scharlachfällen wurden 
6 mal der Streptococcus pyog., 1 mal der Staphylococcus pyog. aur. und 
3 mal beide in dem Wirbel- und Rippenmark nachgewiesen. Bei 3 Osteo 
myelitiden — 2 mal war die Tibia, 1 mal eine Rippe erkrankt — fanden 
sich 1 mal Staphylococcus pyog. aur., 1 mal albus und 1 mal Streptococcus 
pyog. zusammen mit Staphylococcus pyog. aur. Letzterer wurde ferner 
bei 2 Phlegmonen, 1 Pleuraempyem und 1 Pyämie mit Metastasen in fast 
allen Organen gefunden. Bei 13 an Rachendiphtherie zugrunde ge 
gangenen jugendlichen Individuen wurde 1 mal der Dyphtheriebazillus und 
9 mal der Streptococcus pyog. nachgewiesen. Auch bei einer Wund- 
1 Qrenxgeb. d. Med. u. Chir. Bd. XI. S. 1. 
2 Ibid. Bd. XII. S. 419. 
8 Neurologisches Centralblatt XXI, 1902. S. 622. 
4 Qrenxgeb. d. Med. u. Chir. Bd. XI. S. 714.
	        

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