Full text: Über akute infektiöse Wirbelentzündung (Spondylitis infectiosa)

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leitungen aus geringem Zahlenmaterial äußerste Vorsicht bei ihrer Wert 
schätzung geboten ist. 
Die Aufzeichnungen sind leider in manchen Punkten recht lücken 
haft, so daß bei diesen detaillierten Betrachtungen immer eine Reihe von 
Fällen unberücksichtigt bleiben muß. Bei den Hahn sehen Fällen sind 
23 als männlich, 12 als weiblich bezeichnet, also ein Verhältnis von 
beinahe 2:1. Hier ist das Verhältnis 12:3, also 4:1. Daraus würden 
die neuen Zahlen 35:15, also 7:3 entstehen. Dort die Heilungen zu 
den Todesfällen wie 20:21, hier wie 13:4, also zusammen wie 33:25. 
Übereinstimmender sind die Verhältniszahlen der Erkrankungen der ein 
zelnen Abschnitte der Wirbelsäule: Dort 7 (Hals): 12 (Brust): 17 (Lend.) 
[:5 (Kreuzbein)], hier 4 (Fall 5, 6, 7 und je 1 / 2 von Fall 1 und 4, die 
zur anderen Hälfte zur Brustwirbelsäule gerechnet sind): 6 J/ 3 (Fall 8, 9, 
10, 16, 18, V 2 yon 1 und 4 » Vs von 17 ) :7 Vs ( 2 , 3, 11* 12, 13, 14, 15, 
2 / 3 von 17):—/ oder rund wie 4:6:8, so daß daraus die neuen Zahlen 
werden 11:18:25. Übereinstimmend ist ferner, daß die Wirbelkörper 
seltener erkrankt gefunden wurden, als die Bögen, Quer- und Domfort 
sätze zusammen; dort ist das Verhältnis 14:18, hier 5:8; doch muß 
auch hier daran gedacht werden, daß pathologische Veränderungen sich 
im Körper viel häufiger abspielen, ohne in die Erscheinung zu treten 
wegen der oft nur geringfügigen Erkrankung. 
Auch hei dieser Zusammenstellung hat sich wieder gezeigt, zu welch 
ernsten Komplikationen die infektiöse Wirbelosteomyelitis führen kann. 
In 7 Fällen (4, 6, 7, 8, 10, 13, 16) wurden Eiteransammlungen im Wirbel 
kanal beobachtet und in 8 Fällen mehr oder weniger stark ausgeprägte 
nervöse Störungen, entweder Herabsetzung der rohen Kraft, vollständige 
Lähmung eines Nervengebiets, Parästhesien, Sensibilitätsstörungen oder 
Beschwerden beim Urinlassen. 
Mit Ausnahme der Fälle 2 und 3 und des 5. Falles — von 4, 9 
und 14 fehlen Angaben — begann bei allen andern 12 die Erkrankung 
äußerst stürmisch. Zehnmal mußte der Chirurg eingreifen, 2 mal gelang 
es nicht, das Leben zu retten, doch 8 mal mit äußerst günstigem sofort 
durch Fieberabfall erkennbarem Erfolg, der in 2 Fällen (11, 13) durch 
geringe Störungen in der Beweglichkeit der Wirbelsäule und in Fall 16 
durch eine einstweilen noch Testierende Peronäuslähmung beeinträchtigt 
war, in den 5 übrigen Fällen aber zur vollkommenen Heilung führte. 
Die teilweise sehr lückenhaften Anamnesen reden in keinem Falle 
von einem Trauma der Wirbelsäule, nur einmal vom Bücken und schwere 
Lasten tragen (13) und einmal davon, daß der Patient 2 Jahre vor der 
1 Die Veröffentlichungen über Kreuzbeinerkrankungen wurden in dieser Arbeit 
nicht berücksichtigt.
	        
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