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als mehrere Tage nach der Quetschung hei der Loslösung des Nagels
mit höchstwahrscheinlich nicht sterilem Verbandmaterial die Zehe um
wickelt wurde. Wäre der Tod einige Tage später eingetreten, so wäre
der an der Zehe noch nachweisbare Epitheldefekt ausgeheilt gewesen und
damit ein Bild geschaffen, was so oft auf dem Sektionstisch gefunden
wird: Eiterherde in irgend einem oder mehreren Organen, besonders
häufig in dem weitmaschigen Enochengewebe, ohne an der Haut eine
Verletzung oder einen Furunkel oder sonstige Veränderungen an der
Oberfläche des Körpers zu finden, die als Eingangspforten gedeutet werden
könnten, weil sie reaktionslos geheilt sind und trotzdem als Durchschlupf
stelle für todbringende Mikroben gedient haben. Als Beispiel hierzu diene
Fall 18. "Vorher sei noch darauf hingewiesen, daß an der Ätiologie des
Falles 17 um so weniger zu zweifeln ist, als kulturell intra vitam in dem
entnommenen Blut und im Ausstrich der Spinalflüssigkeit, wie post mortem
im Ausstrich des Eiters der osteomyelitischen W T irbelherde als auch bei
der histologischen Untersuchung der entkalkten Wirbel stets der Staphylo
coccus pyog. aur. nachgewiesen wurde.
Doch nun zu Fall 18.
Die Lücke, die zur vollständigen Deutung des Falles vorhanden ist,
nämlich die Unmöglichkeit, eine Eingangspforte zu finden, konnte auch
durch die Anamnese nicht ausgefüllt werden, da der Patient in starken
Fieberdelirien aufgenommen wurde. Intra vitam war eine richtige Dia
gnosenstellung so gut wie ausgeschlossen. Nur die ungeheuer zahlreichen
Kolonien von Staphylokokken, die auf den von zwei Blutentnahmen her
gestellten Platten gewachsen waren, ließen einen Eiterherd erwarten, von
dem die Pyämie ausgegangen sei. Als statt dessen aber nur in fast
allen Organen metastatische Abszesse gefunden wurden, da erinnerte sich
der anwesende Arzt, von dem der Patient behandelt worden war, einer
trotz des benommenen Zustandes noch nachweisbar gewesenen Druck
empfindlichkeit der Wirbelsäule; sie wurde herausgenommen und die oben
näher beschriebenen typischen osteomyelitischen Veränderungen mehrerer
Brustwirbelkörper gefunden. Auch hier war der bakteriologische Befund
bei zwei intra vitam gemachten Blutentnahmen und einer post mortem
aus dem Herzen entnommenen, bei Ausstrichen aus einem großen Teil
der Abszesse und der osteomyelitischen Wirbelherde wie auch mikro
skopisch in den Schnitten der mit Metastasen behafteten Organe einheitlich
derselbe: Staphylococcus, pyog. aur. in Reinkultur.
Aus der Zusammenstellung dieser 18 Fälle lassen sich folgende
statistische Daten ableiten, die zwar in manchen Punkten erheblich von
den aus den 41 von Hahn zusammengestellten Fällen gewonnenen Zahlen
abweichen; dies darf aber bei einer so geringen Anzahl absolut nicht
auffallend erscheinen, da ja überhaupt bei jeglichen statistischen Ab-

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