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giosa des 4. Lendenwirbelkörpers ist fast in ihrer ganzen Ausdehnung von
namentlich in der oberen Hälfte des Wirbelkörpers konfluierenden, gelblichen
Eiterherden durchsetzt, die auch in der unteren Hälfte am vorderen und hinteren
Umfang konfluierend, die mittlere Partie so okkupieren, daß zwischen ihnen nur
noch Reste rotgefärbten Marks sichtbar sind. Auf der Sägefläche des 3. Lenden
wirbelkörpers zeigt sich die Mitte der unteren Hälfte durch einen Herd von
gleichem Aussehen wie die eben beschriebenen erkrankten Partien ein
genommen. An den übrigen Wirbeln sind makroskopisch keine Veränderungen
zu sehen, nur der 12. Brustwirbel weist einen hanfkorn- und hirsekorngroßen
Herd auf. An den Spinalfortsätzen wie an den Zwischenwirbelscheiben sind
Veränderungen nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Beide Mm. psoas sind an
ihrem Ursprung stark eitrig infiltriert und zwischen den Muskelbäuchen finden
sich ausgedehnte Eiteransammlungen. Aus den osteomyelitischen Herden wird
auf Agar ein Ausstrich gemacht und es wächst der Staphylococcus pyog. aur.
in Reinkultur. Die Sektion hat also ergehen Leptomeningitis purulenta cerebro
spinalis. Osteomyelitis columnae vertebralis. Intumescentia lienis.
Sowohl von einem makroskopisch nicht veränderten Wirbel wie von einem
mit Eiter durchsetzten werden mikroskopische Schnitte angefertigt. Nach
24 stündiger Fixierung in 10°/ 0 Formalinlösung, vollständiger Entkalkung in
Trichloressigsäure, Auswässerung und Härtung in aufsteigenden Alkoholen werden
die Objekte in Celloidin eingebettet, geschnitten und gefärbt und zwar mit
Hämatoxylin und Eosin, nach van Gieson, nach der Weigert sehen Fibrin
methode und mit polychromem Methylenblau unter Differenzierung mit kon
zentrierter wäßriger Tanninlösung.
Bei dem makroskopisch intakten Wirbel zeigen sich mikroskopisch kleine
Herde von Eiterzellen, in deren Zentrum dichte Kokkenhaufen liegen, die sich
am Rande in einzelne Kokken auf lösen, die auch sonst spärlich verteilt im
ganzen Schnitt zu finden sind. Die Kapillaren sind prall mit Blut gefüllt und
erscheinen als breite geschlängelte rote Kanäle. Hier und da ist es zum Austritt
von Blut aus den Gefäßen gekommen, das sich seeartig, teilweise mit Aus
buchtungen versehen, über kleine Gebiete ausbreitet. In manchen Partien sind
die Kerne nur schwach tingiert. Die Spongiosabalken sind unregelmäßig dick,
ihre Ränder glatt.
In den Schnitten der schon makroskopisch eitrig durchsetzten Wirbel sieht
man auch schon mit bloßem Auge zwischen den Spongiosabalken dunklere Flecke,
die sich mikroskopisch als ausgedehnte Anhäufungen von Eiterzellen erweisen,
denen gewaltige Schwärme und Rasen aufs dichteste zusammenliegender Staphylo
kokken beigemengt sind. Solche finden sich auch in vereinzelten Exemplaren
im ganzen Schnitt.
Auch hier sieht man ausgedehnte frische Blutextravasate und in einzelnen
Markräumen finden siet, aber nicht konstant, am Übergang in das intakte
Markgewebe scharf abgegrenzte Herde, innerhalb derer ein großer Teil des
zelligen Materials nekrotisch geworden zu sein scheint.
18. 1 Der 21 jährige Segelmachergehilfe John U. ist bei der Aufnahme voll
kommen benommen. Anamnese ist nicht zu erheben.
5. XI. Status: Mittelgroßer, kräftig gebauter junger Mann in gutem Er
nährungszustand und mit kräftig entwickelter Muskulatur. Fieberdelirium mit
1 Aus der medizinischen Abteilung von Oberarzt Dr. Reiche.

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