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wirbeln. Am 18. Tag Operation: Große Eiterhöhle, Processus spinosus und
arcus des 1. Brustwirbels ist vom Periost entblößt. Keine Kommunikation mit
dem Medullarrohr. Gleichzeitig werden Abszesse an beiden Unterschenkeln ge
spalten. Es folgt dann eine schwere linksseitige Coxitis, nach deren Ausheilung
eine Peronaeuslähmung des linken Beines zurückbleibt, die noch behandelt wird.
Erwähnt sei noch, daß nach der Operation aus dem Urin der Staphylocoecus
pyog. aur. gezüchtet werden konnte bei gleichzeitig bestehenden Symptomen
einer Nephritis, die später zurückgingen.
Dazu kommen zwei liier beobachtete Fälle:
17, 1 Der 55 jährige Hilfsarbeiter R. wird am 8. X. aufgenommen. Er hat
als Kind Typhus gehabt und ist sonst nie ernstlich krank gewesen. Starker
Potator, bis zu 90 Pfennig Schnaps p. d. Am 13. IX. fiel ihm ein etwa
200 Pfund schweres Gewicht auf , den linken Unterschenkel und er blieb infolge
dessen 3 Tage zu Hause. Es ist ihm dann der Nagel an der großen Zehe ab
gegangen, es soll stark geblutet haben und er hat sich einen Vorhand gemacht,
mit dem er herumlief. Am 27. IX. legte er sich wegen Kreuz- und Bein
schmerzen zu Bett. Seit 3 Tagen klagt er über Rheumatismus in den Beinen,
fing dann an zu delirieren und wird von der Frau hereingebracht. Von einem
Rückentrauma ist nichts bekannt.
Status: Mittelgroß, in mäßigem Ernährungszustand, etwas gelblicher Ge
sichtsfarbe mit blaurötlich gefärbten Wangen, ziemlich stark schwitzend, Tremor,
leicht benommen, delirierend, Atmung oberflächlich, etwas dyspnoisch, rechter
Arm etwas geschwollen und druckempfindlich. An der großen Zehe ein ober
flächlicher Hautdefekt. Herpes labialis. Temperatur 38,5. Schädel nicht klopf
empfindlich. Rechtsseitige Stauungspapille. Geringe Nackensteifigkeit, Klopf
empfindlichkeit der Wirbelsäule, besonders im lumbalen Teile. Normaler Lungen
befund. Schwaches systolisches Blasen über der Herzspitze. Kleiner frequenter
und regelmäßiger Puls. Abdomen aufgetrieben. Von seiten des Nervensystems
keine besonderen Symptome.
4. X. Patient ist morgens viel verwirrter, Nackensteifigkeit hat stark zu
genommen, Schüttelfröste nicht beobachtet, Temperatur 39,2, kein erhöhter
Spinaldruck, Spinalflüssigkeit getrübt, enthält zahlreiche Leukozyten. Benommen
heit nimmt zu, abends völlig bewußtlos. lCD/g Uhr exitus letalis.
5. X. Auf den gestern Abend entnommenen Blutplatten sind zahlreiche
Kolonien von Staphylokokken gewachsen; ebenso von einem Ausstrich der Spinal
flüssigkeit. Die Sektion ergibt: Abgesehen von einem weichen Milztumor und
einer leichten trüben Schwellung der Nierenschnittfläche sind keine pathologischen
Veränderungen in den Organen der Brust- und Bauchhöhle zu finden. An der
Himbasis ist die Pia, zumal an dem dem Olivus aufliegenden Teil, getrübt und
an der Medulla oblongata, dem Pons und den angrenzenden Partien des Klein
hirns von etwas sulziger, eiteriger Flüssigkeit durchsetzt. An den Pauken-,
Nasen- und Nebenhöhlen keine krankhaften Veränderungen. (Harke scher Schnitt).
Die Wirbelsäule wird in der Medianebene in sagittaler Richtung durchsägt,
und somit auch der Wirbelkanal eröffnet. Die Arachnoidea und Pia sind durch
eitrige Exsudatmassen verklebt, am deutlichsten im Lumbalteil. Die Rücken
marksubstanz ist ziemlich weich. Auf der Sägefläche der Wirbelsäule sieht man
schwere Schädigungen des 3. und 4. Lendenwirbelkörpers. Besonders die Spon-
1 Aus der medizinischen Abteilung von Oberarzt Dr. Nonne.

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