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nach rechts geneigt und das Kinn dem Brustbein genähert und nach rechts ge
dreht. Patient will stärkeres Fieber nicht gehabt haben. Schwellung an der
rechten Nackenseite, sich bis zur Hälfte des Nackens nach unten erstreckend,
Haut gerötet, undeutliche Fluktuation. Der 2. rechte Backenzahn ist eiterig
zerstört. Keine Störungen nervöser Art. Operation: Eiterige Zerstörung des
rechten hinteren Atlasbogens. Entfernung zweier erbsengroßer Sequester. Voll
kommene Heilung.
6. Schmidt. 1 13jähriges Mädchen erkrankte an Osteomyelitis der rechten
Tibia, nach einigen Wochen und unter Fieber heftige Schmerzen in der Nacken
gegend, besonders bei Berührung oder Bewegung.
Undeutlich fühlbare Anschwellung über dem Dorn des 6. und 7. Hals
wirbels. Druck auf den Köpf nicht schmerzhaft. Nach wenigen Tagen voll
ständige Lähmung des rechten Arms und Parese des linken. Sensibilitäts
störungen unbedeutend.
Operation: reichlicher Eiter aus dem Wirbelkanal. Man fühlt den nackten
Dorn eines Halswirbels. Nach der Operation gehen alle Motilitätsstörungen
zurück, nur der rechte Arm bleibt noch paretisch. Es folgt eine schwere osteo
myelitische linkseitige Coxitis. Der Nacken ist 3 Wochen nach der Operation
sehr gut geworden, schmerzfrei und völlig bewegungsfähig. Wunde heilt gut
ohne Sequesterbildung. Im Eiter Pyocyaneus. Doch geht die Parese des linken
Arms erst zu Beginn des 3. Monats vollständig zurück. Also eine Osteomyelitis
der Halswirbelsäule mit Abzeßbildung im Wirbelkanal und folgender einfacher
Bückenmarkskompression und Erkrankung des Wurzelverlaufs des 5. und 6. Zer
vikalnerven.
7. Wiesinger. 2 21 jähriger Mann erkrankte am 3. VIII. 1900 mit Schmerzen
in der Nackengegend unter Fieber. Patient bemerkt langsam zunehmende
Schwäche der Beine, und am 18. VIII. bekommt er einen krampfartigen Zustand
der Beine, nach dem ein noch größerer Schwächezustand zurückbleibt, gleich
zeitig Kribbeln in den Händen und Schwäche in den Armen. Der Hals wird
vorsichtig und steif gehalten, besondere Druckempfindlichkeit des 3. und 4. Hals-
wirbeldorns. Kohe Kraft der Beine außerordentlich herabgesetzt. Beim Versuch
aufzustehen, knickt er ein. Parese der Arme. Der Wirbelkanal wird über der
empfindlichen Partie durch Wegnahme der Processus spinosi und eines Teils der
Bögen eröffnet.
Kein Eiter. Beim 2. Verbände 8 Tage nach dem Eingriff, entleert sich
aus dem Wirbelkanal osteomyelitischer Eiter, ebenfalls bei späteren Verband
wechseln. Vollständige Heilung ohne Sequesterbildung. Keine Gehstörungen mehr.
8. WiBsiN&EK. 3 24 jähriges Dienstmädchen wird am 1. II., nachdem es
einige Tage vorher fieberhaft erkrankt war, in hohem Fieber ins Krankenhaus
aufgenommen. Schmerzen in der Gegend der oberen Brustwirbel, deren Dorn
fortsätze auf Druck sehr empfindlich sind; aufgehobene Patellarreflexe, leicht
paretischer Zustand beider Beine. Blutuntersuchung: in 20 ccm Blut 435 Kolonien
Staphylococcus pyog. aur. Am 2. II. Operation; sie förderte osteomyelitisch
1 Deutsch. Zeitschr. f. Chirurg. Bd. 58. 1901. S. 566.
2 Deutsche med. Wochenschr. 1901. V. 38.
3 Ibid. 1902. V. 362.

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