Full text: [Lübeckisches Adreßbuch für 1881] (1881)

Lik Herberte zur -Primatb: gegründet und obngkeitlich bestätigt im Jahre 1873, 
in der ob. Fischergr. 86364, gewährt durchreisenden jungen Männern des Handwerker» 
und Gcwrrbcstandes. sowie am Orte arbeitenden Gesellen fl oft und Logis argen billige 
Preise, und steht unter der Leitung eines christlich gesinnten Hautzvaters. Mitglied des 
Vereins sür die Herberge zur Heimath wird .''cder. der einen Antheilschein besitzt oder 
einen Beitrag in bestimmter Hohe zahlt. Ter Vorstand besteht aus 7 Mitgliedern, von 
denen jährlich eines ausscheidet. Die Neuwahl geschieht in der im Februar jeden 7,ahreS 
stattfindenden Generalversammlung. Vorstand: Hauptpastor Trümmer, Präses-, Dr. 
Buckbolz; I. Hasse, Kassenführer; Sen. Tr. Pleosing; I. R. Rahlgms; Hauptpaftor 
Petersen; A. Hammerich. Hauaoater: Ltörtcnbecker. 
Ter Verein zur Unterstützung armer Reisender, sowie zur Beseitigung der 
-HauSbettelei, am 1. Januar 1880 ins Leben getreten, bezweckt, wandernden Gcwerds- 
qehülfen und andern armen Durchreisenden eine angeinessenc Unterstützung zu gewähren, 
um dadurch dem Betteln zu steuern. Mitglieder des Vereins tonne» alle Einwohner 
Lübecks werden, welche einen jährlichen Beitrag von mindesten« 2 Mark zahlen. Jede« 
Mitglied erhält ein am Eingang seiner Wohnunj. anzubringendes Schild, welches die Be 
theiligung an dem Verein kund giebt. Die Verabsolgung der Unterstützung ersolgt durch 
da« Paß und Gesindebureau de« Polizeiamtev von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr, und 
nicht in baarcm Gelde, sondern in Anweisungen im Werthe von 40 Psg., gegen welche 
nach Umständen Speisen oder Nachtquartier in hiesigen Herbergen gewährt wird. An 
meldungen zum Eintritt in den Verein sind bei einem der sollenden Vorstandsmitglieder 
zu machen: A. Brattström, Kasscnfuhrer. A. Hammerich, Vorsitzender. Dr. jur. W. 
Gädeke, zweiter Vorsitzender. 3. A. Heitmann, Kasscnsührer. E. H. Buck. E. floop. E. Meyer. 
C. H. Petit. A. Stiehl. L. A. Trümmer. El. L. H. Behrens. I. N. H. Rahtgen«. 
Dr. A. Brchmer, Protokollführer. 
XIV. Anstalten für Nun st und Wissenschaft. 
Die Ltadtbibliotbek, zum öffmtlichen Gebrauche in zwei oberen Flügeln des 
EatharineumS zZugang über den Schulhof des Catharineums) ausgestellt, zählt über 
100,000 Band«. Seil ihrer Begründung (1620) ist sie durch Einverleibung der Kirchcn- 
bibliothekm, Ankauf und Schenkungen allmählich vergröbert worden, vorzüglich aber durch 
die Bibliotheken des Senior und Pastor Scharbau (1750), de« Dompropften 
Dreyer -1617), des Profesior De ecke (1862), des Ober-AppellationSgerichtürath« 
Pauli (I87V), des Profesior Mantel« (1679) und de«Director Breier (186"), sowie 
in neuerer Zeit durch regelmäßige Ablieferung der Bücher deS theologischen Lese- 
BereinS und durch Einverleibung der Bibliotheken des juristischen und histori 
schen Lese Verein«. Zu den Merkwürdigkeiten der Bibliothek gehören gegen 1000 
alte Drucke, darunter viele niederdeutsche, etwa 250 Handschriften, unter denen die 
Lübrckischen Chroniken von Detmar und Reimer Kock, ein Sachsenspiegel mit Glossen 
und alte Meßbücher zu nennen sind, mehrere Gemälde besonder« von Gottsr. und Zach. 
Kniller, Porträts von Jürgen Wullcnweber, Bugenhagen, Herm. BonnuS, Carl Xll. 
und von vielen Lübcckischen '.athvherren. Geistlichen und Rectoren, zwei Originalkartons 
von Fr. Overbeck (Vision des h. Franz von Assisi, Tankred und Clorinde nach 
Scene» aus Tasio'v belreitem Jerusalem); serner Lud. Hrinr. Müller'« reich« 
Sammlung Lübeckischer Münzen und Medaillen nebst Nachträgen: sodann verschiedene 
Handzeichnunpen und Siegelabdrückc au« dem Nachlaß von Carl Julius Milbe, endlich 
verschiedene Prachtausgabe» und Werke mit Kupserstichen und Lithographien. — Die 
Bibliothek ist. mit Ausnahme der Sommerserien, an allen Wochentagen von II bis 2 
Uhr geöffnet. In deni neuerdings ringeric steten Lesezimmer sind die wichtigsten 
Lexika, Zeitschristen und Handbücher zum Rachichlagcn ausgestellt. Die Bücher werden 
nach dem Bibliotheks-Regulativ vom II. April 1877 auSgeliehen. Bibliothekar: 
Dr. Carl CurtiuS. 
Der theologische Verein, gegründet 1629, hat zum Zweck »den Theologen hier 
in Lübeck und in dessen Nähe einen VercinigungSpunkt zum Austausch ihrer rbeolo. 
gischen Ansichten und zur Uebung ihrer Kräfte zu geben. Durch sie soll wissenschastlich- 
theologische Beschäftigung und Fortbildung unterhalten und durch gemeinsamen Zusammen» 
wirken in sreundschastlrchcr Verbindung gefördert werden." Die Mitglieder versammeln 
sich im Winter monatlich ein Mal. Der Vorsitzende wird jährlich au« der Zahl der 
Mitglieder durch Stimmenmehrheit erwählt. Für 1880 —81 Pastor Sommer.
	        
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