Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Monat wächst der Fötus schneller, als im zweiten und
vierten, iin sechsten, siebenten, achten und neunten
Wächst er gleich. Zu 3 mal 7 Wochen ist die erste
Bewegung des Fötus wahrzunehmen ; zu 6 mal 7 Wo-
chen hat er seine Reife erlangt; der Glaube der Al-
ten, dafs ein Fötus von 7 Monaten eher leben bleiben
könne, als einer vom achten Monat, gründet sich auf
die Wichtigkeit der Zahl 7® Empedocles, Diocles,
Polybius und Moscato# waren dieser Meinung, so wie
auch Hippocrates und Aristóteles **)•
Die Untersuchungen über das Verhältnifs der
Sterblichkeit, zeigen, dafs auch hierin ein rhythmisches
Gesetz waltet. Aus IIalley's, Kerseboom's und Suess-
milch's Untersuchungen geht hervor, dafs wenn tausend
Menschen sterben, liberali eine meist gleiche Anzahl
von 20, 50, 60 u. 70 Jährigen darunter ist; Clima,
Nahrungsmittel haben auf dieses Verhältnifs fast keinen
Einflufs; das moralische Verhältnifs des Lebens, Laster,
Tugend, Müfsiggang, Arbeitsamkeit bringen keinen
Unterschied zwischen Land - und Stadtbewohnern
hervor **). Das Verhältnifs der Nachkommenschaft,
ist selbst gegen die zufälligen Todesarten bestimmt.
Säugethiere und Vögel haben daher eine kleine, Amphi-
bien und Fische hingegen eine bedeutende Hinter-
lassenschaft.
Von der Geburt bis ins höchste Alter, besteht eine
Ebbe und Fluth im Leben ; immer findet eine Oscilla-
tion sowohl bei der Annäherung zur höchsten Stufe,
*) S. Hippocrates de septimestrì partii, pag. 53. D öl linger
Grundrifs der Naturlehre des menschl. Organismus, pag. '6\J.
Wallenberg a. a. O. pag. 81.
**) S. Süfsmilch's göttliche Ordnung 3. Ausg. 2. Theil cap. 22.
Trevi ra nu s a. a. O. 3. Theil. pag. 577*