Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
61
Alle 7 Jahre nahmen die Alten gewöhnlich ein
Stufenjahr an; Einige wollten alle 9 Jahre ein solches
festsetzen; Testa0) alle 2 mal 9 Jahre. Die Stufen-
jahre theilten Jene wiederum in gefährliche und minder
gefährliche ein; zu den erstem gehörten das siebente,
vierzehnte, einundzwanzigste, achtundzwanzigste und
zweiunddreifsigste Jahr; zu den letzern das neunund-
vierzigste , sechsundfünfzigste, dreiundsechzigste und
siebenzigste Jahr. Das dreiundsechzigste Jahr, als
Eintritt der Involution ist von besonderer Wichtig-
keit, und wurde von den Alten annus climactericus
holt è%oyr{V, oder annus climactericus magnus ge-
nannt Interessant sind in dieser Rücksicht die
Worte des Augustus die er an Caius schrieb : „cave
mi Caje, quem semper médius fidius desidero, cum
a me abes, sed praecípue diebus talibus qualis est
hodiernus, quem spero laetum sexagesimum quartum
natalemmeum, nam ut vides, climactericum commu-
nem seniorum omnium sexagesimum tertium evasi-
mus." Lächerlich wäre es blofs diese Stufenjahre für
solche, welche das Leben und die Gesundheit fährden
können, anzunehmen. Schon der Kaiser Maximilian II.
antwortete Einem, der ihm zu seinem iiberstandenen
dreiundsechzigsten Jahr Glück wünschte, dafs er das
vierundsechzigste und die folgenden Jahre noch mehr
fürchte, weil er dann dem Tode näher sey.
Die Epochen der menschlichen Fötusbildung, haben
einen bestimmten Rhythmus, in welchem wiederum die
Zahl 7 vorherrscht. Im ersten, dritten und fünften
*) S. dessen o. a. Schrift.
**) S. Mise. aead. nat. cur. A. 4 ct 5. 1073 et 74 pag. 21 de
inopina morte. Medic, transact. Vol. 4 Pa6* 316. Eph. acad. nat.
cur. cent. 3 et 4 Pag-