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Rhythmische Lcbcnser9chcinungen , die sich wahrscheinlich nicht aus der Homologie mit dem allgemeinen Naturrhythmus erklären lassen , sondern aus der Nothwendigkeit des Rhythmus in jeder Bewegung , in jedem Leben .
Die Unabhängigkeit , oder vielmehr die Selbstständigkeit der im Leben vorkommenden rhythmischen Verhältnisse , haben wir nach Kräften in den vorigen Abschnitten zu erweisen gesucht ; durch den gleichen Gang aber , den sie mit dem Rhythmus der allgemeinen Natur hatten , wurde ihr wahres inneres Wesen oft verkannt und verdunkelt , und von Manchen daher jener allgemeine Naturrhythmus , als äufsere Bedingung jener einzelnen Lebensrhythmen gehalten . Die in diesem Abschnitte abzuhandelnden rhythmischen Lebenserscheinungen , sind sowohl wegen ihres selbstständigen Ganges den sie unabhängig von allen übrigen Rhythmen der allgemeinen Natur gehn , als auch wegen der gröfsern Wichtigkeit die sie für den Organismus besitzen , deutlicher .
Das Leben schreitet nicht unaufhaltsam vorwärts zum Endziel , sondern einem jeden Fortschritt , geht eine kleine Pause , einem kurzen Rückschritt gleichend , voran ; diesen Satz , den wir wenn gleich undeutlich ausgesprochen , in den abgehandelten Rhythmen stätigt fanden , werden wir bei der Betrachtung der Hauptabschnitte im Leben , zur evidenten Klarheit stätigt finden . Aufserdem dais die Evolution und volution eines Organs in einer eigenen und bestimmten Zeit des Lebens erfolgt , und in der Regel an diese Zeit gebunden ist , macht sie ihren Verlauf nicht in einer so unmerklichen Reihenfolge , dafs ihr jedesmaliges