Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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findet man Hunderte von Beispielen "')• Vom Einflufs
des Mondes auf die Anfalle derAsthmatischen, hat schon
Van Helmont gesprochen; auch Floyer und mehrere
andere Aerzte haben es bemerkt*"*)• Medicus führt
viele Fälle von monatlich periodisch wiederkehrenden
Krankheiten an.
Auch im Thier-und Pflanzenleben bemerken wir
einen monatlichen Rhythmus. Der Einflufs des Mondes
auf diese Organismeu ist gewifs noch viel bedeutender
als beim Menschen anzunehmen. Dais die Affen monat-
lich menstruiren ist bekannt. Viele Pferdestuten rossen
monatlich. Merkwürdig ist, dafs viele Tbiere, obgleich
trächtig, Begattungstrieb äufsern'vvi,t) ; schon Aristoteles
bemerkt, dafs unter allen Thieren am meisten das
Menschenweib und die Stute, wenn sie schwanger, den
Mann zulassen. Ich möchte liier dieselbe Frage Stellen,
die Cuvier von der beständigen Zeugungsiähigkeit des
Menschen s teilte:,!VW) > ob diefs beim Pferde nämlich
nicht Folge der Domesticität se y, so wie es beim Men-
schen Folge der Civilisation ist.
In Paragay machte man die Erfahrung, dafs die
Ochsenhäute, welche man vor und zur Zeit des Voll-
mondes abgezogen hat, bald die Haare verlieren; zieht
man die Häute bei abnehmendem Monde ab, so erhält
man jene. Schon Galei* : bemerkt : die Fischer be-
*) S. Fr. Hoff mann de sider. in corp. hum. influx. Mead
a. a. O.
**) S. Floyer trcatease of the asthme. Mead a. a. O.
***) S. Meckels Archiv 6tcr Theil. Beiträge zu vergleich. Anatom,
u. Physiol, v. Greve.
****) S. Meckels Archiv ?ter Theil. Ueber die Lehre von der Zeu-
gungs-und Bildungsgeschichle von Cuvier.
+****) s. Galen de dicbus decretoriis. Lib. III. Cap. 18.