Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Negative Gründe scheinen dafür zu sprechen, dafs
der Mondeinflufs zur Zeit der Syzygien und Finster-
nisse, mehr Folge einer galvanischen oder electrischen
Spannung s£y, welche ihre höchste Intensität erreicht,
wenn die drei Gestirne in dieselbe Linie zu stehen
kommen, und gleichsam eine Belegung bilden. Diese
Ansicht die toldao zuerst geäüfsert, hat in neuern
Zeiten Beifall erhalten.
Periodische Krankheiten sind bösartiger, wenn kein
Mondschein ist, und verlieren beim Mondschein ihre
Bösartigkeit. Diemerbroek berichtet, dafs die Pest
zur Zeit des Neu- und Vollmondes einen hohen Grad
von Bösartigkeit annehme. FufsgeschwÜTe, die in
heifsen Ländern mit intermittirenden Fiebern in ge-
nauer Beziehung stehen, verschlimmern sich nach Gil-
lespie auffallend zur Zeit des Neu-und Vollmondes;
auch die cohim-legs folgen nach Balfour diesem Ge-
setze. Flechten, Hautausschläge überhaupt, vertrocknen
in Guayana mit abnehmendem Monde fast gänzlich, und
kehren mit dem zunehmenden wieder zurück. Weiber
und Kinder haben öfters schlaflose Nächte beim Mond-
wechsel. Man braucht zu dieser Zeit in einigen Tropen-
gegenden */3 weniger um berauscht zu werden, wie
sonst; die Sinne sind dann empfindlicher, Secretionen
vermehrt; diefs ist besonders bei Säugenden bemerk-
barv). Kröpfe und Muttermäler nehmen mit dem Monde
zu und ab ; von den Geschwüren bemerkt es Kirkland.
Den Einflufs des Mondes auf Epilepsie, die meist
im Gangliensystem ihren Sitz hat, erkannten schon die
Alten, wefshalb sie sie oft lunatici nannten. Bei allen
Schriftstellern die über diesen Gegenstand handeln,
*) S, Sçhnurrer a. a. O. Bruce Voyage au source du ImI,