Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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gefinger; als man sie künstlich stillte, fühlte er im
ganzen Arm einen brennenden Schmerz. Zum Ersten-
mal war diese Blutung am Vollmond erschienen, der
den Friihlingsaequinoctien nahe ist, wo Blutungen
überhaupt häufig eintreten. Zu den monatlichen
periodischen Veränderungen im normalen Leben, gehört
noch folgende Bemerkung aus der Lehre des Sancto-
rius : Corpora quoque virorum et moderatissimo victu
utentia, singulis mensibus sunt solito ponderosioraunius
scilicet duarumve librarum pondere, et redeunt ad con-
6uetum pondus circa finem mensis, ad instar mulierum,
sed facta crisi per urinam copiosiorem et turbidiorem.
Die Anziehung des Mondes erreicht seinem Umlauf
gemäfs, jedes Jahr, zur Zeit der Nachtgleichen, jeden
Monat, jeden Tag, zweimal ihre gröfste Stärke; die
Anziehung des Mondes und der Sonne wirken monatlich
zweimal im Neu - und Vollmonde zusammen®).
Mit Recht haben manche Aerzte gezweifelt, ob der
Einflufs des Mondes in unsern Gegenden eben so stark
sey, wie in den Tropcnländern. Die gemäfsigte Zone,
ganz im planetari scheu Gleichgewicht zwischen Zirku-
lation und Rotation, wo die Erde das mittlere Maafs
gefunden, wo sich ihre Freiheit mit ihrem Gesetze in
Gleichgewicht gestellt zu haben scheint, ist allen cos-
mischen Einflüssen weniger ausgesetzt, als jene. Wegen
minderer Störung von äufsern zufälligen Umständen,
ist eher ein ordender Einflufs jenem stillen Wirken
hoher Potenzen in der Tropcnwelt gestattet, die in
ungestörter Ordnung nach bestimmter Zeitfolge sich
wiederholen, nämlich die verschiedene Beziehung der
S. Krctschmar *. a. ö.