Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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gien, wo der Mond überhaupt auf die Erde die gröfste
Kraft ausübt, was sich schon durch die Stärke der
Fluth offenbart, welche um die Zeit der Syzygienam
bedeutensten ist. Die meisten Weiber menstruiren
nämlich zur Zeit der Syzygien, in den Tropengegenden
fallen die meisten Geburten zur Zeit der Syzygien, be-
sonders zur Ebbe-Zeit. Hippokrates bemerkt, dafs die
meisten Geburten beim Vollmonde wären. Die für die
Menstruatio suppressa eintretenden vicariirende Blu-
tungen zeigen denselben monatlichen Typus, und rich-
ten sich besonders deutlich nach dem Mondwechsel.
Die bei Männern vorkommenden Blutfliisse, meist als
Hämorrhoidal-Blutungen auftretend, haben eben so ei-
nen monatlichen Rhythmus ; besonders merkwürdig sind
die Fälle von regelmäfsig aus den Geschlechtstheilen
menstruirten Männern °). (Mich. Scotus und Reus
versichern, dafs die Juden, im gesunden Zustande ei-
nen monatlichen Blutflufs aus dem Penis khätten ?!)
Musgrave erzählt, dafs ein Mann von seiner zartesten
Kindheit bis zu seinem 14 s ten Jahre, an jedem Voll-
monde einen Blutflufs aus dem linken Daumen gehabt
habe; die Menge des Bluts betrug 4 Unzen, und von
seinem löten Jahre betrug es ^ als er mit ei-
nem Rothglüheisen die Blutung stillen wollte, bekam
er so heftiges Blutspeien, dais er mit Mühe durch Hülfe
von Aderlassen etc. geheilt werden konnte. Ein Irlän-
der hatte von seinem 40 — 50 Jahr regelmäfsig alle
Monat eine bedeutende Blutung aus dem rechten Zei-
*) S. Misc. acad. nat. curios. Dec. 2. An. 1607 de viro men-
struo. Histoire et memoire de la Société Roy. de Med. A. 1780
et 84- pag. 287. Ohserv. sur un homme regle par un doigt. Misc.
acad. nat. cur. Dec. 3. A. 1790 — ç5. p. 268. de duobus viris
flux, menstrual, per penem. Philos, transact. Num. 277,