Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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konnte. Die Erschaffung des Mondes macht sie zu
einem Planeten höhern Ranges; der Mond ist das höchste
cosmische Produkt der Erde. Auch die organische
Schöpfung muíste auf der Erde schon weit vorgerückt,
es mufste das Schaffen aller niedern Organismen schon
vorangegangen seyn, ehe der Mensch entstand ; der
Mensch kann defshalb als das höchste organische
Produkt der Erde angesehen werden, so wie der Mond
ihr höchstes cosniisches Produkt ist. Als solches
erhielt der Mond eine monatliche periodische Umlaufs-
zeit, und der Mensch in seinen Lebenserscheinungen
eine monatliche Periode. Der monatliche Rhythmus im
normalen Leben des Menschen, ist demnach kein vom
Mond abgeleiteter, von dessen Einflufs herrührender
Rhythmus, sondera wie die übrigen ein selbstständiger,
nicht vom Monde ihm aufgedrungener, und hat also
wie die übrigen einen inneren Grund. Der Mond übt
aber auf die monatlichen Rhythmen eine besondere
Kraft aus, und sucht sie in seine Sphäre hinüber zu
ziehen. Dieses ist ihm besonders im kranken Zustande
des Menschen möglich, wo überhaupt wie schon oben
bemerkt, der Einflufs der Gestirne gröfser, wo der
Mensch allen äufsern Einflüssen mehr unterworfen ist.
Das Weib von allen äufsern Eindrücken mehr afficirt,
erfahrt daher den Einflufs des Mondes stärker, und
dieser mischt sich mehr in seine Lebenserscheinungen
ein. Am häufigsten und deutlichsten zeigt sich im nor-
malen Zustande der monatliche Rhythmus, in der Men-
struation, woher auch ihre Benennung; sie zeigt sich
zu allen Zeiten, an jedem Tage des Monats, woraus
schon hervorgeht, dafs sie nicht vom Monde ihren
Rhythmus entlehnt. Der Einflufs des Mondes auf diese
Lebenserscheinung, zeigt sich aber zurZeit der Syzy-
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