Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Rhythmische Lebenserscheinungen im gesunden und kranfcen
Zustande , entsprechend der Periode der Mondsbewegung.
W ir haben bis jetzt blofs die rhythmisehen Erschei-
nungen betrachtet, in welchen (lie individuellen Orga-
nismen , und besonders der Mensch mit der Erde, in
Beziehung ihres Verhältnisses gegen die Sonne gleichen
Schritt hält, und suchten zu beweisen, dafs dieses Ver-
hältnifs ein coordinates sey, dafs überhaupt die rhyth-
mischen Erscheinungen einen innern Grund haben, dafs
sich aber eine gewisse Abhängigkeit von den äufsern cos-
mischen Einflüssen durchaus nicht abläugnen lasse. Ganz
dasselbe Bewandnifs hat es mit den monatlichen Perioden.
Der monatliche Rhythmus ist der, auf welchen man am
frühesten aufmerksam war, und den man nach allen
Seiten hin am genauesten erforscht hat; über seinen
Ursprung und Grund aber, ist man bei keinem bis auf
den heutigen Tag so entgegengesetzter Meinung als bei
diesem, indem einige den Einflufs des Mondes auf den
Organismus als den alleinigen Grund dieses Rhythmus
ansehen, andere aber diesen Einflufs völlig abläugnen.
Wollte man auch annehmen, der Mond habe aufunseru
Organismus keinen Einflufs, so läfst sich doch das Da-
seyn der monatlichen Perioden nicht abläugnen. Woher
aber dieser Pihythmus, wenn der Mond ihn nicht be-
wirkt? Es sey mir erlaubt, meine Meinung über das
Entstehen dieser Periode in wiefern sie theils als unab-
hängig, theils von dem Monde abhängig erscheint, aus-
einander zu setzen. Die Erde mufste schon einen hohen
Grad von Vollkommenheit als Planet erreicht haben,
ehe sie sich einen Trabanten, einen Mond schaffen