Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Gesetzen frei zu seyn, da seine Zeugungsfähigkeit zu
jeder Jahreszeit Statt findet. Doch von allen Banden
ist er auch hierin nicht befreit, sondern mufs den all-
gemeinen Gesetzen einen gewissen Tribut entrichten,
besonders das Weib, welches sich hier wiederum durch
seine gröfsere Abhängigkeit von den cosmischen Ge-
setzen , von seiner Involutionsseite zeigt. Die meisten
Geburten nämlich fallen im Dezember und Januar,
welche dem April und Mai entsprechen, wo die gröfste
Conceptionsfähigkeit Statt hat. Es giebt Frauen, deren
Zeugungskraft, so wie bei den Thieren, an eine be-
stimmte Zeit im Jahr gebunden ist. Nasse sagt folgendes
darüber0): TrefflicheZergliederer haben nachgewiesen,
wie die Form des menschlichen Körpers, sich in regel-
widrigen Fällen dem thierischen nähert. Wie zuweilen
auch nicht gerade durch Formverhältnisse, sondern in
der Lebensäufserung, eine ähnliche Erscheinung vor-
kömmt, darauf ist man noch wenig aufmerksam ge-
wesen, obgleich der Gegenstand Aufmerksamkeit zu
verdienen scheint. Es ist merkwürdig, wie manche
N ervenfieberkranke, unvollkommne Schlafwandler,
Wahnsinnige, in mehreren Verrichtungen, in der
Stimme, in der Art des Kauens, in der Neigung zu
beifsen, sich thierähnlich verhalten. Eine Frau vonN's.
Bekanntschaft, war Mutter mehrerer Kinder, welche
sämmtlich, Eins ausgenommen, in den 3 letzten Mo-
naten des Jahrs geboren sind. Diese Frau hat eine
Tochter, deren 3 Kinder alle ihren Geburtstag in den
letzten 10 Tagen des Juni haben. Die Kinder sind
2 und 3 Jahre im Alter verschieden; die Mutter der-
selben ist seit 10 Jahren, wo sie verheirathet ist,
*) S. Meckels Archiv 2ter Rand i tes! lieft.