Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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hingegen war die Nacht wo die Zuckungen eintraten,
nur eine solche, wo das Licht zufällig zu brennen auf-
gehört hatte. Zu der Zeit, wo der Kranke auf den
Einflufs der Dunkelheit noch nicht aufmerksam war,
und derselbe wiederholt Nachts davon befallen wurde,
sah er etwa eine halbe viertel Stunde vor dem Anfall,
Funken vor den Augen °). Eine Entzündung der Ova-
rien, welche mehr einen nervösen Charakter hatte,
sah ich im Julius-Hospital zu Würzburg immer zur
Nachtzeit ihre Anfalle machen. Die Wechselfieber, die
man ihrem Wesen nach mehr zu der Klasse der Neu-
rosen, als zu den Fiebern zählen könnte, was besonders
aus den verschiedenen Formen der sogenannten febres
larvatae hervorgeht, haben ihre Paroxismen nach der
Verschiedenheit ihres Charakters. Die Intermittens
tertiana, die im Frühling eintritt, und einen entzünd-
lich-erethischen Charakter hat, macht ihre Anfälle des
Morgens, die Quartana, die im Herbst eintritt, und
meist einen torpiden Charakter zeigt, macht ihre Anfälle
Abends °ft).
Den jährlichen Rhythmus, den wir so deutlich bei
den Pflanzen ausgedrückt fanden, und von dem wir
auch bei denThieren, bis hinauf zu den Säugelhieren Bei-
spiele sahen, ist, obgleich beim Menschen nur schwach
ausgedrückt, doch selbst im normalen Zustande wieder-
zufinden. Wir finden hier wiederum die Bestätigung
des obigen Satzes, dafs der Mensch, obgleich den cos-
mischen Gesetzen am Meisten entrückt, doch diesen
*) S. Nasse a. a. O.
**) Achnliche Ideen, die Exacerbationen der Krankheiten nach
ihrem Sita in den verschiedenen Organen und Systemen betreffend,
freue ich mich in S ti cb ei s Beiträgen zur Heilwissenschaft. Frankf.
i8ü3. pag. 86 etc. zu finden.