Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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doch ist dies nach Individualität, Jahreszeit, Clima,
Lebensweise verschieden. Zufallige Umstände, vorzüglich
der Genufs von Nahrungsmitteln, besonders Wein,
stören die regelmäfsige Periode. Boerhave, Haller
und Diksom sind derselben Meinung wie Kkox; Ham-
berger *) zählte bei einem Knaben von 8 Jahren den
Puls , und fand im -wachenden Zustande 100, schlafend
89 Schläge; bei einem Knaben von 11 Jahren wachend
90, schlafend 80 Schläge; bei einem Knaben von
14 Jahren wachend 82, schlafend 62 Schläge; auch
Heusinger ist dieser Meinung0*). Das Leben der Lungen
ist Morgens gesteigerter als Abends, Prout üiis>) hat eine
ansehnliche Menge von Versuchen angestellt, um die
Menge von Kohlensäure auszumitteln, welche beim
Athmen zu verschiedenen Zeiten, und unter verschie-
de en Umständen entweicht.
Die allgemeinen Gesetze dafür sind folgende: l) die
Menge des in 24 Stunden verzehrten Sauerstoffes ist
nicht in allen Zeiten dieser Periode gleich, sondern be-
ständig zu einer und derselben bestimmten Zeit des
Tages gröfser, als zur andern ; namentlich wird die gröfste
Menge zwischen 10 Uhr Morgens und 2 Uhr Nach-
mittags ausgeathmet, und noch genauer zwischen 11 bis
1 Uhr Nachmittags. Das Minimum der Kohlensäure-
Bildung findet zwischen 8Vq Uhr Abendsund 3yMorgens statt; 2) ist die Menge des verzehrten Sauer-
stoffes, mithin der gebildeten Kohlensäure, aus irgend
einem Grunde über dem einer bestimmten Periode ange-
*) S. dessen Phys. medic. Sect. 3. C. i4-
**) S. C. F. Heu singer eomentat. Semiolog. de somno. Jena 1802.
***) S. Meckels Arch, ater Theil ites Heft 6ter Theil; Prout
über Blutbildung.