Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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ein sicheres Maas an die Hand gebe, nach weichein
wir sowohl die Vollkommenheit unseres Planeten-
systems, als auch die der organischen Schöpfung be-
stimmen könnten. Aus diesem Gesichtspunkte müssen
wir schon im Voraus vermuthen, dafs wir beim Menschen,
den wir für das vollkommenste Geschöpf unserer sub-
lunarischen Welt halten — nicht wegen der Voll-
kommenheit MÉler einzelnen Lebensverrichtungen, da
fast jede Thiergattung einzelne Funktionen viel voll-
kommener ausübt als der Mensch, sondern wegen der
vollständigen Vereinigung derselben zu Einem Organis-
mus *) — auch den täglichen Rhythmus, am deut-
lichsten ausgesprochen finden werden. Aber ungeachtet
dieser Vollkommenheit, mufs sich auch der Mensch in
die Gesetze der Beschränkung und Hemmung des all-
gemeinen Naturlebens fügen; diese beziehen sich nicht
blos auf Entstehung, Ausbildung, und individuelle
Existenz, sondern stellen ihn als untergeordnetes Glied
eines Theilganzen des Alls dar, in so fern er als Theil
des Erdplaneten, unter dessen planetarischen Einflufs
sich bewegen mufs. Aber hierbei spricht sich wieder
die hohe Bestimmung des Menschen aus, indem diese
Gesetze der Beschränkung nicht sowohl eine Subordi-
nation als eine Coordination bedingen, da nicht blofs
der Einflufs des Erdplaneten den menschlichen Orga-
nismus bestimmt, sondern da sich auch dieselben höhere
Gesetze denen sich die Erde als Theil des allgemeinen
Sphären systems unterordnen mufs, in dem Menschen
wiederholen, und sein Leben mit dem planetarischen,
gleichen Schritt hält.
*) S. K. YV. Stark» l'athol. Fragmente. Weimar 2+ Band I.
pag. 4l.