Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Die Unrichtigkeit der Behauptung von Saust #)
dafs die Kälte den "Winterschlaf bedingt, geht schon
aus dem vorhergehenden hervor, jedoch ist nicht ab-
zuleugnen, dafs die Kälte, wie auch dessen Versuche
zeigen, ein wichtiges äufseres Moment für denselben sey.
Spallanzani Behauptung, dafs die Haselmaus schon
bei einer Temperatur, die bei unserm Thermometer als
gemäfsigt angegeben wird, einschlafe, hat Saissy
nicht bestätigt gefunden, indem die Thiere bis auf
5° ihre Lebendigkeit behielten; auch stimmt dessen
Erfahrung nicht mit der des Mangili überein, nach
dessen Aussage der Winterschlaf von der Temperatur
ganz unabhängig sey, und auch bei spätem Herbstund
frühem Frühling defshalb nicht später eintrete oder
früher aufhöre, und die mit allen frühern Erfahrungen,
besonders mit denen von Buffon, dafs wenn im Winter
der Thermometer auf 12, 13, 14° steht, die Schläfer
aus ihrer Behausung kommen um Futter zu suchen,
im Widerspruch steht. Saissy brachte einen Igel und
eine Haselmaus, welche im tiefsten Winterschlaf waren,
aus einer Temperatur von 2° unter Null in eine andere,
die Tag und Nacht beständig 9 bis 10° betrug, worauf
sie liefen, frafsen, und eine normale Temperatur be-
kamen. So strenge auch die Jahreszeit ist, schlafen sie
nach S. in einer solchen Temperatur doch nicht ein,
obgleich sie wieder nach 48 Stunden erstarren, wenn
sie in eine Temperatur von 2° unter Null ge-
bracht werden. Im Herbst 1807 flogen Fledermäuse
im Dezember umher, da die Luit warm war. Wie Pallas,
Murmelthiere, so brachte S., Igel und Schläfer mitten im
*) S. Meckels Archiv 3ter Band. Beobachtungen über einig«
nmterschLafcndc Säugcthiere.