Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
13
a weite Form dieser Urbewegung ist die cirkula torische;
zufser der Bewegung um ihre Axe, kömmt nämlich der
Dotterkugel noch eine fortschreitende Bewegung zu;
der einfache Kreis der Anfangs diese Bewegung beschrieb,
verwandelt sich in eine Spirale, indem der vorausge-
hende Körpertheil nicht auf denselben Punkt zurück-
kömmt, den er bei vorhergehender Rotation durchlief *).
Auch das Blut, der Hirn- und Nervenäther, be-
schreiben in ihrer Bewegung eine elliptische Bahn, wie
die Erde, und die Anziehungskraft der Sonne und des
Mondes, welche das Wasser im Weltmeer in Ebbe
und Fluth erhalten , haben auch auf denelliptischen
Umlauf der Thieräthers, der Thier und Pflanzensäfte,
einen nicht zu verkennenden Einflufs w).
Rhythmus in den Erscheinungen dea
Pflanzenlebens.
Das Pflanzenleben, obgleich die niedrigste Form
des organischen Lebens, zeigt schon einen Grad von
Willenskraft, welche es dem Willen des Erdkörpers
einigermaafsen entziehet, durch die circulatorische und
rotatorische Bahn, welche es als Wiederholung der die
Erde beherrschenden cosmischen Gesetze, in gewissem
Grade unabhängig von den äufsern Einflüssen beschreibt.
*) S. Ca rus über äufsere Lebensbeding. der weifsen Kaltblut.
Thiere. '
**) 8. Fr, Kretschniar Grundrif*. einer Physik des Lebens.
Leipz. lÖQi. Band II. pag. 2l3.