Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
von seinem Centraikörper ist, und umgekehrt. Da aber
vermöge der Massenanziehung, solche Körper sich zu Cen-
tralköpern bilden, die eine überwiegend gröfsere Masse
besitzen, so können wiederum peripherische Weltkör-
per, anderen an Masse kleinern, zum Centraikörper die-
nen. Hierin liegt auch der Grund, warum solche peri-
pherische Körper, in Verhältnifs mit andern mehr dem
Centraikörper sich nähern, und eine gröfsere Selbst-
ständigkeit erhalten. Die Entfernung also von seinem
Centraikörper, in Vergleich mit seiner Masse, wird also
die Vollkommenheit eines Weltkörpers, welches sich in
der Rotation ausdrückt, constituiren. Aus diesen Grund-
sätzen, läfst sich leicht der Begriff eines Systems von
Weltkörpern sammt ihrer Bewegung ableiten. Diese
Bewegung ist, wie wir oben gesehn, eine cirkulatorische
und rotatorische, und drückt sich auf unserer Erde, als
Winter und Sommer, Tag und Nacht aus; sie ist rhyth-
misch, sofern ihr Wiederkehren, an ein bestimmtes ge-
setzmäfsiges Zeitmaas gebunden ist, welches der Begriff
des Rhythmus ist. Alles productive Leben überhaupt,
scheint seiner Natur nach rhythmisch zu seyn. Dies be-
zieht sich nicht nur auf die Raumwelt, zu welcher
die Himmelskörper gehören, sondern auch auf die Zeit-
welt, oder besser E n t w i c k e 1 u n g s w e 11, die, obgleich
durch das inwohnende gleiche Wesen, mit jener in ge-
nauer Verbindung steht, und ein gleiches Gepräge der
allgemeinen Form in sich trägt, doch gewissermaasen ei-
nen Gegensatz bildet, indem in dieser, die Form der Zeit
an die des Raums gebannt ist, die Kraft von den Fes-
seln der Materie sich befreit hat, wie das in der Raum-
welt gerade umgekehrt statt findet; schon daraus, dafs
dieEntwicklungs- oder organische Welt ans zeitliche ge-