Titel:
Über den Rhythmus in den Lebenserscheinungen
Beteiligte Personen:
Straus, Heinrich Wikipedia
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Wäre die Bewegung sämmtlicher Massen gleichmäfsig,
so würde sie nicht erkennbar seyn , und als ruhend er-
erscheinen müssen, da zur Erscheinung von Bewegung,
ein Gegensatz vom Bewegten zum relativ Ruhenden ge-
fordert wird; wir müssen also diesen Gegensatz noth-
wendig voraussetzen. Gesetzt also es wären im Raum
wahre, von einander getrennte Massen vorhanden, so
-wird wahrnehmbare Bewegung hervorgebracht, sobald
sie nicht völliges Gleichgewicht haben. Findet aber voll-
kommenes Gleichgewicht der anziehenden Kräfte aller
Massen nicht statt, so würde die Bewegung, da die
Schwerkraft eine anziehende Kraft ist, aufhören müs-
sen , wenn die Massen sich nahe genug wären. Durch
diese Vereinigung, würde Vernichtung der Masse selbst
entstehen. Die Materie würde als ausgedehnt nicht be-
stehen können, und so die Natur zernichtet werden.
Es ist also aufser dieser Schwerkraft noch ein anderes
Princip der Massenbewegung anzunehmen, welches
dieser attrahirenden, das Universum zerstörenden Kraft,
entgegen wirken mufs: dieses ist die Repuis i vkraft.
Diese Kraft mufs eine Aufsere für die Masse seyn, und
kann auf zweierlei Weise., durch Druck oder Stöfs
sich wirksam zeigen; da sie früher nicht in derselben
Linie wie die Anziehungskraft wirken kann, weil da-
durch wieder Aufhebung aller Bewegung hervorgehn
würde, so mufs die Stöfskraft, eine Seitenkraft seyn.
Aus diesen beiden Kräften, der allgemeinen Schwerkraft,
und ursprünglichen Stofskraft also, résultât die allge-
meine Bewegung der Weltkörper. Die Form dieser Be-
wegung, ist die tliätige Zusammensetzung des Kreises
mit der Linie, unter Vorwalten des Erstem, welches
der bildliche Ausdruck für das Räumliche ist, so wie die