Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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atli'3 dcS Segens, den rs stiften kann, gewesen und geblieben sind. Wie wahr die«
(et), lieg» am Tage, und es würde uns schwer werden, eine Spur davon anzuaeben,
daß uns Jemand in unferm Glauben, im Lesen und Hören des göttlichen Worts,
gestöhrt Hüne. Destomehr Beweise aber haben wir, daß unsre christlichen Obern,
unsre guten Regenten, uns im Besitz und Genuß dieser Glückseligkeit geschützt haben.
Kein Volt hat eine solche Reihe von Fürsten gehabt als wir, welche ihrer Lande«;
vaterpfllcht so gewissenhaft wahrgenommen hätten, bey aller Beförderung der Wis-
senschaften, jedem Versuch, Gottes Wort zu verdrängen, entgegen zu arbeiten. Ihr
wißt ja, ihr leset oder höret oft, wie einstimmig die offenbaren und heimlichen Feinde
des ChristenthumS das Ansehen der Schrift zu schwächen suchen. Traurig genug
sind die Folgen davon gewesen, aber in Ansehung unser ist die menschenfeindlichste
aller Absichken, dem Volke Gottes Wort zu entreißen, nie gelungen. Immer noch
ist es in Jedcrnranns Händen, immer noch sind die höhern Collegien des Landes mit
Männern besetzt, welche es selbst in Ehren halten, und darüber wachen, daß es UNS
erhalten werde.
Wie groß die Wohlthat sey, die wir £Ur dankbar preisen, darum dürfen wir
freylich nur diejenigen fragen, welche ihre Gotteskiaft Röm. », !6 f. an sich ersah-
ren haben, oder doch kennen. Reder, zeuge» davon, ihr Hnlsbegierigen, die ihr in
demselben Licht fandet — ihr müden Seelen, die ihr aus ihm Trost schöpftet — ihr
folgsamen Herzen, die ihr durch die Erfüllung seiner heilsamen Gebote besser und
glücklicher wurdet. Doch zeuget auch ihr, die ihr in eurem Tichlen eitel wurdet,
weil ihr dieses Licht vcrschrnöherer — lyr, Ott tßr nrcfUiw bllrbrr, weil ihr dieser
Quelle verfehltet — ihr, die ihr elend wurdet, weil ihr einer andern Stimme ge«
horchtet. — Dies Geschenk der göttlichen WeiSh-.it und Liebe, wodurch Verstand
und Herz veredelt, wodurch der Mensch mit sich und seinem Schicksal ausgesöhnt,
im Glücke weiser, im Unglücke größer — im gleichen Maaße für die Well brauch-
bar, und über die Welt erhaben wird — dies Geschenk war unsrer Väler Eigen?
thum, es ist auch das Unftige geblieben. O hätten wir gewollt, wie wir konnten,
es uns zu Nutze machen; wie herrlich wäre denn die Gemeine des Herrn!
Eine andre Wohlthat Gottes war noch ausschließlicher unser Vorzug — dee
Friede, welcher Jedem den ruhigen Besitz des Seinen und der Seinen gewährt,
den Hütten, Pallästen und Tempeln Sicherheit verschafft. Künste und Wissenschaft
ten, Tugend und Gottesfurcht im ruhigen Gange fortschreiten läßt —! O wie groß
sind die Segnungen, die er ausbreitet!
Seit 8^ Jahren war er unser! So lange war kein Land im Genuß desselben,
das wisset ihr. Unsre Könige liebten nicht den Ruhm der Helden, den schimmernden
Ruhm,
viel zu theuer durch Blut blühender Jünglinge,
und der Mutter und Braut nächtliche Thrän' erkauft,
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