Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
dem die Engel würdig singen, Dir, dessen Freude wohlthun ist,
Dir will ich Dank und iLhre bringen, weil Du so gut, so freundlich bist.
O Herr, du bist g.u,) Lieb' und Treu, gieb daß mein Herz ganz Freude sey..
Sieh mich an deines Thrones Srufen, umringe mir deiner Rinder Schaar:
Sie kommen, von mir aufgerufen, Dich, der uns Allen gnädig war,
In Einem Geist, was ist so schön! — mit frommen Liedern zu erhöh'n.
wir blicken dankbar froh zurücke, auf unsre — auf der Vater Zeit.
Ein ganz Jahrhundert, reich an Glücke! U?en reize das nicht zur Dankbarkeit!
In Demuth ruft ein Jeder aus: was bin ich, Herr, was ist mein Haus!
Daß unser Dank Dir wohlgefalte, flehn wir in deinem Sohne Dir;
Uiit> daß auch unfre Herzen alle, erfülle mit frommer Lehrbegier,
Für jede Wahrheit offen feyn, das wollst Du, Vater, uns verleih'n. Amen.
Eingang.
^^it Freuden, das wisset ihr, theureste Zuhörer, sehe ich euch jedesmal versammlet,
wenn ich euch das Wort des Herrn verkündige; aber mit vorzüglichem Vergnüge»
erfüllet mich jetzt euer?Kiblick. Es ist ein merkwürdiger Jahrewechsel,, den wir er-
leben, jum ersten und zum letzten Mal. Sollten wir, sollt' ich vorzüglich nicht qern
etwas mehrthun, als die strenge Pflicht erfordert? Unser guter König, den Gott
^gne, hat den Lehrern besohlen, sein« Unterthanen auf die Wohliharen des verfloß-
nen Jahrhunderts aufmerksam zu machen: soll er nicht sehen, daß dieser Befehl au«
vnferm Herzen geschrieben ist? Ja ! so seyö! So wars meine, so ists eure Freude.
Ich sehe euch zahlreich vor mir. Sollte wol Ein Haus fehlen? Ist etwa Ems, das
fcer Herr in diesem Jahrhunderte nicht gebaut, nicht gesegnet hätte? Nein — es
fehlt keines. Selbst Fremde nehmen Theil an unsrer Freude, wollen niit uns loben
und danken. Was bleibt mir den» zu wünschen übrig> als daß wir diese Tage recht
benutzen mögen? Nicht dieZeyer ist die Hauptsache, sondern das Haj. Was achtet
Gort