Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
sS«tn»n, damit nicht dadurch jenesVertranen so verwerflich werde, als es sonst lobenswürdig
und Gott gefällig ist.
Endlich laßt uns mit einem Worte alles umfassen, laßt uns, wie Salomo sagt, die
Hanv'snnime aller Lehren hören: Fürchte Gott und halle seine Gebote, denn dies gehört
«llen Menschen zu.') Ganz gewiß werden wir denn recht und wohl lhnn, wenn wir uns
dadurch j,tr wahren Fnrchl Gottes leiten »nd ernnintern lassen, daß wir ihn kindlich hoch»
eichten, ihm willig gehorchen, und cs für das größte Nebel ansehen, irgend etwas zu lhnn,
Zvas sein gerechtes Mißfallen verdiene» kann.-)
Was wir jetzt in, Allgemeinen erwähnt haben, ist ans nnsern heutigen Fall leicht an«
zuwenden. Ohne mein Erinnern wird ein Jeder erwegen, daß unser Gott diesem Unternehi
wen besonders gnädig gewesen ist und es unter seinen Segen so weit hat gelingen lassen.
Je wichtiger und kostbarer ein solcher Bau ist, desiomehr sind wir zur Dankbarkeit verpflich»
tet. Je mehrere Hände hier beschäftigt gewesen sind, je mehr Monaie darüber bisher ver?
flösse», je häufiger die Gefahren find, und je weniger Werke dieser Art ohne traurige Zufälle
vollendet werden, desto williger wird unser Dank seyn. Selbsi Vergleich,,i,g muß zur Ben
herrlichnna Gottes dienen. Wer da kann,erinnere sich des vorigen Schlensenbaues, wo das
ganze Werk in Gefahr gerieth, wo Mehrere, die daran arbeiteten, beschädiget worden und
einer sein Leben einbüßet?, und der Dank also lautere: vroir danken du o Gotr für die Abt
«'Wendung de, Gefahr, die „ns so nahe war, für die Bewahrung so vieler Arbeiter." Da»
gegen danken wir jeyr Gor« für die Abwendnng aller Gefahr, für die Erhaltnng aller Ar»
heiter, und die Wiederherstelluug des Einzigen, der sich leicht beschädigte.
Um so mehr sey uijsre Dankbarkeit herzlich und aufrichtig, und keine Art der Tbätig,
feit fehle derselben. Mit Freuden wollen wir uns seiner Wohllhaten eruiuer» und sie ofi in
ein dankbares Andenken zurückrufen, gern erkennen, wie viel wir ihm schuldig sind, m,i>
Ans bestreben, ihm willig zu vergelten. >£r selbst ist zwar unendlich über unsere Vergeltung
erhaben, aber worin wir ihm gefällig schi, können, das soll uns eine Lust sey». Fl oh wollen
wir mit denUnsrige» des Schutzes genießen, den er nns gewähret, mtt Vergnügen derAruien
gedenken, die nnter nns sind, alles, was wir können, zur Verherrlichung seines Namens
Mm, ihm vertrauen in jeder Noih, kindlich ihn anrufen, alles ,hn, übergebe«, seiner harre»
cl)i,e unserer Pflicht zu vergessen —nnd überhaupt uns einer wahren christlichen Gouieligkeir
befieissigen,nach der Lehre und demPeyspiel seines hcchgelobten Sohnes ün Glauben, in der!
Liebe und in allen christlichen fugenden wandeln. Das ist es, was unser Gott von uns, wie
dort von de» Israeliten begehrt. Wollt ihr mich nichsf>irchle,i,sprichtderHerr. der ich dem
Meer de» Sand zum Ufer setze, darin es allezeit bleibe» muß, darüber es Nicht gehen darf? und
vbs schon wallet,so vermags doch nichts, nnd ob seine Welle» schon toben, so müsse» sie doch
nicht darüber fahren.
Ferne sey cs von nns, jene Klage Gottes zu verdienen: Dies Volk hat ein abtrunni»
ges ungehorsames Herz, und sprechen nicht einmal in ihre» Herzen: lasset uns doch den Herrn
„»fern Goit fürchten, der uns Frühregeu und Spatregen zu rechter Zeit gibt, und »ms die
Erndte «renlich uud jährlich behütet.4)
Vielmehr sey unser Wahlspruch und unsere tägliche Erfahrung: Die Gottseligkeit ist
zu allen Dingen nütze, und hat die Verheissnng dieses und des znküufligen Lebens.
Ja vor dir, allgegenwäriiger Gott, hier unter deinem steyen Himmel sey unser Schluß
§esaßt: dir wolle» wir uns ergeben, dich wollen wir fürchten und dir dienen unser Lebenlang.
______Größer
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