Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
Staub? nnd dm«, der ihm belebte, dem, der nichts als Dedürfniß und Obnmacht ist, »ni»
dem Allgnugsamen, Mmäch«igen,groß - wie vielmehr Wirde der Abstand vom Sünder zu
dem Ällerheiligste» in nnsern Augen; und in gleichem Maasse seine Huld gegen uns wie Pam
luS sag»: "Darin preiset Moll seine Liebe, er iiellt sie auf zur Bewunderung, daß Christus
für Ulis gestorben ist, da w>r noch Sünder und Feinde waren.')
Jemehr wir wissen, daß diese Ansialt des Gottes der Liebe derGnmd alles Heils nnd
aller Hoffnungen ist, desto williger sey auch unser Gemüib tie Bewunderung in Däiikba??
keil übergehen zu lassen, besonders, da wii im Vermine» ans Christum ferne, ancb nicht die
schrecklichste Naturerscheinung fürchten dürfen, weil wir darin die Hand unsers Baters er»
kennen.
Wie sehr Gottes Liebe nnsers ganzen Dankes wehrt sey, das kann nns also die Na«
tnr schon lehren, das lehrt ein flüchtigerBl>ck i» dae Reich der Gnaden „och überzeugender.
Ich würde daher ungerecht handeln, wenn ich Don einer aufgeklärten christlichen Versanim»
Im ig dächte, daß sieuieiner Anleitung bedürfte, um sich ihrer ju erinnern oder um sie recht
groß zu finden.
Aber wie wir dafür dankbar werden können nnd sollen, darüber wäre vielleicht ei»«
Fingerzeig weniger überflüssig.
Dankbar sind wir nur dann,wenn wir dieWohlthaten innig hoch nnd wehrt achten,
uns ihrer gern erinnern, mir Vergnügen darüber nachdenken, und willig erkennen, wie hoch
wir unfern» Gotl dafür verpflichtet sind.
Aber dies Erkennen kann nicht ohne den Wnnsch seyn, daß wir dem Herrn vergelten
könnten, es sey viel oder wenig, doch nach nnserm Vermögen, was er an uns that. Und
iß dieser äi>l1l1|i1) aufrichtig, fo n>»r* «r cm* «n fc£nt.
Welche Thätigkeil aber wäre der Sache gemäßer nnd zugleich uns selbst heilsameres
die, den bestmöglichsten Gebrauch von den Wohlihaten zu machen, die wir empfingen. Gott
tes Güte und feine Absicht beym Wohlthun leitet nns hier zuerst ans die überlegteste Anwem
düng zu nnserm und der Unfrigen wahren Nutzen, aber anch zum Vonheil nnsrer Neben»
menschen, die weniger als wir besitzen. Dieses lezte, Werke der Liebe üben, scheint ganz
eigentlich hieher zn gehören, nnd von nnsern größten Wohllhäter als Dankbarkeit angesche»
zu werden, da er es erkennen will, als wäre es ihm selbst wiederfahren. *)
Und wären wir so glücklich, sonst noch etwas znr Ehre nnd Verherrlichung Gottes
und Jesu zu lhnn, da könnten wir uns freuen, den besten Gebrauch davon gemacht zu haben.
Nicht leicht haben wir dazu eine Gelegenheit, die häufiger nnd selbst dem Geringste»
leichter wäre, als das Vertrauen auf Gott in allen Umständen, besonders in der Stunde der
Noch. Wenn wir an nus selbst ganz verzagen, und anch an andern Menschen keine Hülfe,
keine Zuflucht haben: dann durch das Andenken an Goltes Macht nnd Weisheit und Güte,
und an seine zuvor genossene Wohlthaten unser Herz stillen, nnsern Much erhöhen, mit Freu?
digkeit nns selbst und unser ganzes Schicksal ihm überlassen, und stets dasBesie erwarten —
das beißt Gott ehren, wie die Schuft gebeut.<*) Und was kann erwünschter seyn, als den
Herr» zu seiner Zuversicht z» setzen, in seinen Schooß jeden Kummer ansznschsmen und so
seiner Güte zu harren! — ohne jedoch etwas, was wir zu nnsrer Hülfe thun können, zn ver<
sänmcn
') Röm. 5,9. ») Apssch. 4»») March.-5,4«. ♦) i.petr.4,13.