Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia

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B. So ©1511 seinem Schöpfer hervorgebracht waftet mm dos Weltmeer in feinen
Ufern efngefchlofien. Go>t und fem hochgelobter Sob», der olle Dinge hui feinem kräftigen
Worte trägt,') erholten es tu Da'eyn und wohlihätiger Wirksamkeit.
a. Daher preisen den Herrn der Natur jene Ausspruche der Psalmen: "Gott hält
«dasWasser im Meer z»>ammen. Alles was er will, thut er, in dem Meer und in allen
"Tiefen.a) Gott, wer ist wie du, der da herrschet über das ungestüme Meer,3) zc."
b. Freylich fehlet es nicht an fürchterlichen Beispielen, und wer kennet sie besser als
wir? daßEiurin »ndFlnrh sich zum Verderbe» vereinigt zu haben scheinen, "da dieWasser«
"ströme sicv empören und mit Brausen ihre Welle» erHeden, daß sie groß »nd ihr Bianfen
"schrecklich werden."^) Auch dies schreibt dieSrhrift demW'llenGoiies zu, der alles legie?
rer. "Der Herr ist zornig in derFluih," sprich, sie, 'Nein Grimm ist in den Wassern und sei»
"Zorn im Meer.s) Von seiner Kraft wird das Meer ungestüm, und dui ch seine Weisheit
" erhebt sich die Höbe desMeers, daß Die Säulen des Himmels gittern vor feinem L chelren." Ä)
©leid) wie feine Propheten von ihm bezeugen: "Er ists, der dem Wasser im Meer ruft n»i>
"lchütiet es auf Cen Erdboden, dc.ß esZu»g anrichtet."^) So kündigt er sich auch (elf
6er a» mit Majestät »nd Huld zugleich: "Ich bin der Her> dein Gott, der das Wasser im
/'Meer beweget, daß leine Wellen wüihen." Auf dies« Weise wurde das Merr das Werk«
zeug der Strafe über die ruchlose erste Welt; und wie oft haben unsere Gegenden im Kiemen
nn ähnlichesScfaicfuil erfahren. Allein jederSturm ist zugleich Wohiihai derNainr: mnih?
maßlich verscheucht er eine Pest von uns und denen, die wir lieben, und vertilgt ein kleines
doch schädliches und besonders für unsere Deiche gefährliches Thierche»,s) woran wir Gott
tes Fußstapfen erkennen. Auch >o»st vergißt der Neuerer desHimmels und der Erden seiner
Aussicht und Verheissmg nicht. "Er, der das.Wasse> über die Höhen führen kann, schilt der
"Flnih und »ie '») Iii Vit sticiTT c>e? WMMS groß, der Herr ist „och giößer. '')
"Er, der seinen Weg im Wetter und Et mm hat, mäßigt ihre Gewalt, und wann die Fluch
"daher läuft, macht ers mit ihr ein Ende." lS) Er hat einmal gesagt, er, dessen Worte Fei*
sen sind: "Er wolle die Erde nicht mehr strafen uyl der Menschen willen — es solle keine
"Snndflnih mehr kommen!" 13) Selbst die Ströme mit ibrer Gewalt müssen Verändern,«
gen hervorbringen, welche große» Nutze» gewähren. Ist nicht »nsre Marsch, ei» ifanö
wie jenes Gosen, ein Beweis von dem, was dort in einem andernSmue Sirach sagt: "Wo
" zuvor Wasser stand, sähe man trocknes Land hervorkommen, niid ans de» »lüchitgen Flu«
««ibeitward ei» grünes Feld." '^) Wie viel mag es wol über d>ey Jahrhunderte seyn, daß
die Gegend, wo jetzt unsere gute Stadl liegt, und wo ei» so reiche, Segen für Mensche» nnv
Vieh wächst, noch zum Gebiete der wilden Elbe gehörte, welches sie, weil unser neuer Deich
„och lucbi da war, ungehindert überschwemmte? Sind nicht ganze Gegenden von mehr a!S
Mellenbreite »nd mancher Meileiilange dem Meer entrissen?
c. Selbst der Mensch, der kleine Schöpfer, das Ebenbild des Erhabensten, o wäre
seine Seele rein, mn es ganz z» seyn! hat, durchWeisheit geleitet, mit seiner geringen Kraft
„.cht wenig daz» beygetragen. Was fein Kopf und feine Hand vermag, davon redete ich
Herne weiter; aber hier sey es geniig, a»f eine« unserer beliebteste» Schriftsteller hinzuweisen,
welcher davon lehr beredt gezeugt hat.'5) Unserer Absicht ist es gemäßer, anzuführen, was
H Hiod
i) Z. -) pf. 135,6. 3) pf 89, 9. 10. f) Pf. 93, 3- 4- 5) Habak. 4, ».
6) ^iobz6,io. T) Amo«5,8.9. 8) Ief. ?i, 15. DieMau». >«>) Pf. »04,
6.8 ") Pf. 93, 4- '*) ttab. i, 8. ) I. ttlef. 9, »>. Sir. 1^,7,
'') Schlszer in seinen Abriß der Weltgeschichte.