N 55
Rede
zur
Einweihung der kleineren Rhin * Schleuse
im September 1793 .
r ein Verehrer Gottes ist , der erkennet es für das würdigste und angenehmste Geschäft , über die Macht »ud Weisheit seilies gütigen Schöpfers und Herrn nachzudenken . Auf diese Wahrheit , nach Stand und Würden höchst - und hochzuverehreude Versammlung , gründe ich das Vertrauen , mit welchem ich mir Ihre Aufmerksamkeit für einige Augenblicke , die solchen Betrachtungen gewidmet sind , erbitte . Die Absicht unsrer heutigen Versammlung ist bekannt . Die Aufseher dieses nun dem Hauptwerke nach vollendeten Wasserbaues haben ihre Pflicht erkannt , für sich und im Namen ihrer Commune» dem gütigen Gott öffentlich z» danken und ihn , der bisher so gnadig gewesen ist , um seinen ferner« Schutz und Segen anzuflehen . Sie haben uns alle als Christen , als Edeldenkende , aufgefordert , daran Theil zu nehmen . Sie haben mir aufgetragen , die gemeinschaftliche Andacht z» leiten , und im Namen Aller unser» Dank und misreWünsche öffentlich auSjusprechen . Wie könnte ich irren , wen» ick von Ihren Einsichten nnd Herzen erwarte , daß Sie gerne mit mir dieser Anffordernng folgen ? Selbst die , welche kein höheres Gesetz , als das Gebot der Menschenliebe erkennen , werden an unserer Freude so vielen Ancheil nehmen .
Wie aber preisen wir Gott würdiger , und wodnrch erlangt unser gemeinschaftliches Gebet mehr Innigkeit und Freudigkeit , als durch das lebhafte Andenken an die hohen Voll - kommenheiten Gottes , denen wu' alles zu danken haben ? Ilm unsrer heutigen Absicht lichst nahe zu bleiben , wollen wir uns darauf einschränken , die Grösse , Macht und Weisheit unsers guten Gottes in Ansehung desjenigen Elements , gegen dessen Mächen dieses Werk anfgeführet wird , zu erwägen . Am liebsten ist es mir , und hoffentlich auch Ihnen , theuerste Zuhörer , die Anleitung dazu aus dem Worte Gottes zu nehmen . Die Kürze der Zeit , welche mir zur Vorbereitung gegeben ist , hat mir zwar nicht die größte Auswahl erlaubt ; aber ich werde auch wol keiner Entschuldigung bedürfen , wenn ich meiner Vorstellung jene bekannte Stelle des Bnchs Hieb Kap . z8 , 8 — " unterlege , wo der Herr unser Gott selbst also redend «iiigeführel wird :
" N ? erhardae ^Ncer mit feinen ( Thüren verschlösse» da es heraus - " brach , rvie aus fcTTutterleibe ; da ichs mit EDolftn Findete und in " Dunkel einrvickelt« rvie in Windeln ; da ich ihm den La»f brach mit " meinem Damm und styre ihn» Siegel und Thür und sprach : Bis " hicher sollst du kommen und nicht rvcirer ; hier sollen sich icgen " deine stolzen Vl ? ellcu5 "
Das Buch Hiob gehört ohne Zweifel zu denfenigen Büchern der Schrift , welche die meisten und erhabensten Stellen über die Größe nnd Herrlichkeit Gottes in den Reichen der Natur enthalten . Auch dies Kapitel ist vvrjüglich von dem Inhal» , mit der besonder , , Rück
ficht .