Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
Und du o Herr, wollest sie nnd uns in Gnaden ansehen, um deines Sohnes Wik-
' len unsre Schuld vergeben, und zu deinen Kinder» huldreich aufnehmen, und zu unfter
Besserung deinen heiligen Geist verleihn: damit dein Name verherrlicht, dein Reich ge.-
mehret, dein Wille vollbracht werde. Herr unser Gott, wir hoffen auf dich: denn dein
ist das Reich, und die Kraft, und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Die Gnade nnsers Herrn Jesu Christi, die Liebe Gottes des Vaters, und die Gemein»
schüft des heiligen Geistes sey mit nns Allen. Amen.
Gesang Z94 V. i — 5.
Hierauf folgte die Prüfung der Katechumenm, nach welcher
No. 727 V. 4
gesungen wurde
2. Anrede bey der Confirmation im Kirchengange.
Zu dir fleh'n wir um Gnad' und Licht,
Sott, der du weißt was uns gebricht,
Verweigre deinen Geist -uns nicht.
Hilf uns dein heilig Recht verstehst,
Und freudig deine Wege gehn,
Bis wir dick dorr im Lichte sehn.
Geliebte Kinder, wie wichtig die Handlung sey, zu welcher ihr hier vor Gott und det
Gemeine versammlet seyd, v«s »utflVf »yr: ivcr uuimy mir? cd wie »venia hätte»» dein?
Ermahnungen und Bitten undThränen enrer Aeltern und Lehrer gefruchtet. Aber laßt mich,
als wüßtet ihrs nicht, euch kürzlich dieHauptwahrheiten vorhalten, welche dahin zielen.
Die Taufe, und die dnrch dieselbe eingegangene Verpflichtung ist ja über alles wichs
lig. Mu Gott, dem höchsten »nd vollkommensten Wesen, mit ihm, dem Schöpfer und Herrn
aller Dinge, mir ihm, dem Weisesten, Gütigsten verbunden sey», ihn unser,! Gott, unser«
Vater nennen zu können, läßt sich etwas Wichtigeres denken? Wenn nun dieser nnser Gott
und Vater nns für dieses und für jenes Leben alles Gutes verspricht, wie erfreulich groß ist
denn die Handlung der Taufe! Und wenn er dagegen von uns kindliche Ehrfurcht, wahre
Liebe, völliges Vertrauen und willigen Gehorsam fordert, wer sieht und fühlt nicht, was eS
jti bedeuten habe, wenn er dieses verspricht.
Dies geschah schon von ench, ehe ihr wußtet, wie gut es war, eure Angehörige wuß-
ten euch nichts besseres zu »hnn, als je früher je lieber euch unter diejenige» aufnehmen zu
lassen, welche Gott dnrch die feyerliche Handlung der Taufe öffenilich geweiht sind, eure Pas
then wußten, wie glücklich ihr wurdet, wenn ihr euch an Gott verbändet, und «baten daher
die Zusagen in enrem Namen. Sehr bindend war dies bisher für euch: (eigentlich gehört das
Geschöpf seinem Schöpfer, der Christ seinem Erlöser, an, und es bedarf keiner Feyerlichkeit,
um z» bekräftigen, daß wir von Mutterleibe an ein Eigeuihnm Gottes und Jesu sind,) aber
jetzt sollt ihr mit eignem Munde diese« Bund erneuern, nicht bloß wiederholen, sondern nach
genossenem Unterricht die Verbindlichkeit selbst übernehmen: sehet mich, sehet eiire Mitschüler,
sehet eureAeltern, Lehrer, Verwandle, sehet diese Christen alle als Zeugen um ench versamlet,
welche nun eure Zusagen, aber nach diesem eure Erfüllung bemerken, und im Uebertreiungst
falle wider euch hier und dorr austreten werden. Wie-