Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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oft und so lange zu seufzen hatten, und noch haben. Auch manche Prüfung, die uns traf. Hast dn überstehen geholfen, und zu unserer Besserung und — 0, möchten i wir nur auf deinen weisen Rath immer geachtet Habe»! — zur Erhöhung unserer sittlichen Würde abzielen lassen.
E ^ Freylich sind wir nicht werch aller Barmherzigkeit und aller Treue, die du an UNS gethau hast; und wir müssen gestehen, daß wir an ihrer Statt nur Strafe verdient haben. Ueberzeugt uns nicht dein Wort und unser Gewissen, daß wir leider nur allzuoft den Reichlhum deiner Güte, Geduld und Langmülhigkeit verachtet haben? Aber deine Barmherzigkeit rühmet sich wider das Gerich», und unser Her; und Mund, und was in uns ist, muß deines Lobes voll werden, daß du uns mit so großer Erbarmung wider alles unser Verdienst getragen und verschonet hast. Darum danken wir dir für deine herrliche Liebe, und verkündigen deine Wunder, und preisen deiuen Namen, und flehen dich um die Kraft deines Geistes an, daß wir unser gam zes Leben dem Ruhm deiner Barmherzigkeit heiligen mögen.
Blicke gnädig herab auf das Vertrauen, mit welchem wir jeßt, wie Kinder einem Vater uns dir übergeben. Auch in diesem neuen großen Abschnitt der Zeit wollest du mit Barmherzigkeit über unserm Lande walten, und Religion und Tugend, und Gerechtigkeit und Frieden, und Bürgerglück und Büi gmreue unter UNS woh- nen lassen. Ewig wollest du unser» Ländern den Frieden erhalten, dauernden Frieden der ganzen Christenheit schenken und bewahren.
Vertrauensvoll übergeben wir alles, was UNS Werth und theuer ist, deinen Händen, du AUerbarmer. Dir insbesondere unsern verehrtesten und geliebtesten König. Erhalte ihn uns noch lange in dieser neuen Ordnung der Zeiten, in welche du ihn mit uns hinüber gesühret hast. Laß deine Weisheit auf ihm ruhen, daß sie mit ,hm sey und mit ihm arbeite, und ihn nichts unternehmen lasse, als was dir ge- fällig,st. Unsern theuersten Kronprinzen u.s.w. -- - —' — - 1— 9 —1 ----
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^') Hier folgten die ferneren Fürbitten für das Vaterland, den König und sein HauS, die Gemein« u.s.w. Eben dies gilt von der Vormittagspredig,. » iAnm. d. Herausgebers.