Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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Bey solchen Entschliessungen hebet, o ihr Bürger der Deutschen Staaten
unsers Königes, hebet auch ihr eure Häupter empor, und vertrauet dem Herrn!
Auch über dich, mein armes Vaterland, Deutschland, waltet der Herr; und
o, darf ich nach meinen fröhlichen Ahndungen sprechen? vielleicht hat sich kern
schon heute der Herr erbarmt, und dein Friede ist da, und die süße» Botin verkün?
digen überall: Friede im neuen Jahrhundert' Friede! Amen.
Gebet nach der Predigt.
(Aott! gütigster Beherrscher der Welt, Herr aller Zeiten; aller Menschengeschlech-
ter, aller Jahrhunderte Herr und Vater; dessen Reich ein ewiqes Reich ist. dessen
Herrschaft währet für und für! M»t innigen Empfindungen des Dankens und Ver-
trauens erheben wir heute bei) dem Eintritt in ein neues Jahrhundert unsere Her-
zen zu dir» Laß dir gefallen das Opfer unsers Gebetes, um Christi willen.
Wir denken gerührt an die zahllosen Wohlthaten, womit deine Vaterband
in dem verflossenen Jahrhundert, dem achtzehnten, welches du durch deinen Sohn
der Christenwelt schenktest, die Geschlechter der Menschen beglückt und auch UNS und
unftre Vater und unser väterliches Land gesegne» hat.
Wir danken dir, daß du *>»>«»» daß du, wie so manches vorige
Jahrhundert, so auch in diesem nun verflossenen, bey allen Angriffen ihrer Feinde sie
ausrecht erhalten, und Trotz dem spoitenden Unglauben und der Fl eygeisterey des Zeit»
alters ihr Ansehen gesichert hast. Auch unter uns ist dein Evangelium für Millionen
ftgenreich gewesen, und ist es noch für Millionen, die darin Worte des ewigen Lebens
flnden.
Daß noch Tuqend und gute Sitten unter uns in Ehren sind, daß Trotz aller
Nachtheile einer falschen Aufklärung die Bildung des Verstaube« und Herzeno doch
segnend unter uns gewürkt hat, die Wissenschaften weiter gebracht, und gemeinnützige
Anstalten theils neu gestiftet sind, »Heils besseren Fortgang gewonnen haben: das ist
dein Werk, du Vater des Lichtes, ist von dir herabqekommcn auf die Finsterniss- um
ftrerHerzen, auf den widerstrebenden Geist der Zeiten, wie alte andere qiire und voll-
kvmmene Gabe, deren Zahl niemand ausspricht, von dir herabgekommen ist. '
Ja, du hast Große« an un« gethan, und wer kann die Größe deiner Wohl«
thatcn würdig preisen? Da hast uns während diese» Jahrhunderts lauter w i se und
fromme Regenten, Vä'er des Vaterlandes gegeben, hrtst ihren Thron nicht erfchür»
tetu lassen, sondern befestiget, hast deinem frieden und deinem Segen geboten, ihre
Wohnung unter uns aufzuschlaqen, hast nicht ziigeqedcn, daß sie von uns wichen,
und haß unser« Reiche die Verwüstungen empfänden, unl«r denen ftnfcm Volker so