Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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Erster Theil.
E« ist hier nicht der Ort dazu, uns über alle einzelne Stücke der gefammten
religiösen, wissenschaftlichen. politischen, bürgerlichen, staatSwirthfchaftlichen, physi-
schen und ökonomischen Wohlfahrt auszubreiten, und zu zeigen, in wie fern»' da«
Glück, der Flor und die Ehre des Landes in jeder dieser Hinsichten unter Gölte«
Segen während dieses Jahrhunderts gewonnen habe. Es fen mir erlaubt, nur die
mir am wichtigsten scheinenden Punkte der Aufmerksamkeit meiner Zuhörer vorzu»
legen.
Gott hat Un» Dreyviertheile dieses Jahrhunderts hindurch den lieben
den, und mit der äußeren auch die innere Ruhe und Sicherheit, erhalten. Wie
oft loderte die Kriegestamme um uns her. zu unserer Rechten und zu unserer Linken,
auf den Meeren und auf dem Lande, und — Gott verschonte uns! Wte gefährlich
waren oft die Zeitumstände, wie verschlungen die polifschenVerbindun^en, wie oro,
hend auf der einen, wie lockend aus der andern Seite von Freund und Feind die
Unterhandlungen, und — Gott errettete tinesL Wir erfuhren nicht, was Greuel de«
Krieges sind, als nur durch Hörensagen und öffentliche Nachrichten. Sc»» 172O
haben die Dänischen Staaten kein feindliches Heer in ihrer Nahe gesehen; noch
weniger sind arme zitternde Einwohner aus ihren Wohnunqen vertrieben, od.r lhre
Güter von der Hand eine« wüihenden Feindes zerstöhrt worden. Von allen jene«
Erscheinungen, die auf den unglücklichen Schauplätzen des Krieges ctiraa Amtli-
ches sind, da alter Handel und alle Gewerbe stocken, die Dörfer verbrannt sind, die
Aecker wüste liegen. Schaaken von Unglücklichen, nachdem alle Mittel der Nahrung
von den Feinden geraubt oder zernichtet sind, vor Hunger verschmachten; die nütz-
lichsten Einrichtungen zerstöhrt, die Gesetze mit Füßen getreten, die Kirchen in Ma-
gazine verwandelt, die blühendsten Städte durch ungeheure Erpressungen unrettbar
verschuldet werden — wo wäre in unfern Ländern auch nur die geringste Spur von
dem allen?
Auch vor Bürgerkriegen und Staatsumwälzungen, vor Tnrannendruck
uns FreyheitSschwtndel" wie fomancheS Land in diesem Jahrhundert, ln ältern und
noch mehr in neuer» Zeiten , sie erfuhr, hat Gott die Dänischen Staaten gnädig
bewahrt. Keine prahlerische Verführer haben das einfältige Volk bethört, sich von
feinem rechtmäßiaen Landesherrn loszureißen und zu Empörungen aufzustehen, die
schrecklicher alö »lle feindliche Verwüstungen sind. Unser Volk fürchrere Gore
ttnd ehrre dcn 0 Dafür wohnte es auch ruhig in feinen Häusern, und
nährte sich und kam in Flor, wenn dafür anderswo der Bürger alles Schutzes ent-
felöß', jedem willkührlichen Anfall der Bösewicht« ausgesetzt war, und allenthalben
von Räubern sich umgeben sah, wie wenn man in der Wildniß unter ungezähmten
und
') i.Pen.s, 17.