Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
welchem sich zu erniedrig»« uvd im Staube anzubeten, auch jenes Wunderwefens
höchste Zier und Würde ist.
Em Gott ist, ein heiliger Wille leb?.
Wie auch der menschliche wanke;
Hoch über der Zeit und bctfi Räume schwebt
lebendig der Höchste Gedanke.
Und ob alles in ewigem Wechsel kreist.
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Dieser Wechsellose ist eö. zu dem aus dem Getümmel derZeit der Geist des
Mansche», je weiser er ist, desto lieber sich emporschwingt, vor dem der Weise, je
mehr er seinen Adel als vernünftiges Wesen, seine Würde, sein göttliches Geschlecht
fühlt, je höher er über das Thier, das nur genießt und finnlich begehrt, hervorraget,
desto williqer sich demüthiget. Dieser Wechsellose ist es, dessen Größe mit solchem
innigen Gefühl die heiligen Männer der Bibel besingen, als vor dem tausend Jahre
sind wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache,1) und zu dem
der Pjalniist in unftrm Texte betet:
Dein Reich ist eilt ewiges Reich,
Deine Herrschaft wahrer für und für.
Wie laut predigen es uns jetzt die wechselnden Jahrhunderte, daß sein Reich,
seine oberberrlicke 2Luf(M** «"» cxviyv segnende Fürsorge, für und für, von einem Jahrhundert zum andern, von einem
Menschengeschlecht zum andern, wahret. Wie könnten wir aber würdiger zu ihm
uns erhebe», als mitPreisgesangen, die wir seiner Größe, mit dem Opfer des Dan,
keS, das wir seiner Liebe darbringen, oder mit Gelübden der kindlichen Unterwerfung
und des willigsten Gehorsams, die seiner höchsten Weisheit und Treue gebühren?'
D.irum,
wie unser Sänger noch betet,
gedenke ich an dieTharen des Herrn, an die vorigen Wunder,
rede von allen Deinen Werken, von allem Deinen» Thun.
Xüo ist solch ein mächtiger Gorr als Du bist?
So werde denn unsere heutige Feyer eine Feyer der
Dankbarkeit gegen Gott für die Wohlthaten des verflossenen
Jahrhunderts über unser Volk und Land.
Wenn wir l) die vorzüglichsten dieser Wohlthaten nnserm Herzen wichtig
gemacht haben, wollen wir 2) dadurch zum Vertrauen und Gehorsam fürs Künftige
uns zu ermuntern suchen. E Erster
') Ps. 90, 4.