Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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feinen Smhl im Gimmel bereitet, fein "Reich herrschet über Allee. Text.
V. 19. Gr d.ssn Befehle die Engl!. d,e starken Hilden. ausrichten. Er, der den
Lauf des Himmels und die Herzen der Menschen lenket. Er, in welchem sich die
höchst? Weisheit mit der größten Kraft vereinigt, er kann unfre Hoffnung feyu. Sei.'
ner Macht kann niemand — kann nichts widersteh»,, seiner Weisheit fehlt es nie an
Mitteln und Wegen; seine Regierung lenkt alles zum Besten. Was bedürfen wir
denn mehr als der Versicherung: ich will dich nicht verlassen noch versäumen?
Hebt. 13, J. Aber wir haben mehr: wir haben Thalbewcise. Jener unumstößliche
Beweis, der alle Andre entbehrlich macht, Röm.8, ?2, gilt ohne Ausnahme: und
was wir an uns selbst erfuhren, auch im verfloßnen Zeitraum ') dient zur Bestäti-
gung unsers Glaubens.
Aber kann ich diese Hoffnung allen geben? Ja allen, die ihn fürchten, allen,
die feinen Bund halten, und gedenken an seine Gebote, daß fie darnach
thilrt? A11 Gottes Seue fehlt es an nichts; aber auf der Unsrigeu darf es auch
nicht an dieser Bedingung fehlen.
Unser wahres Glück beruht auf unsrer Gesinnung, und unserm Verhalten.
Nachdem wir unsrer Pflicht nachkommen, a) sind wir des Glücks fähig. Der Laster-
hafte, der Gottlose ist unter allen Umständen unglücklich: der Tugendhafte und
Fromme kann nie ganz unglücklich werden. Jedes Schicksal, das Günstige und da«
Ungünstige, kann Jenen scl>lecb»-n. h/>nn ■{>» oas Unglück
niederträchtig machen. Diesen aber erhält der Geist, der in ihm wohnt, in dem schön-
sten Gleichgewicht, und alles, selbst das Glück, dem schwach?» Herzen sonst so ge<
fahrlich, muß ihm zum Besten dienen. AufGott gesehen, hangt nicht alles von Gott
ab — also auch davon, ob wir ihm gefallen? Er hat aber nur Gefallen an denen,
die ihn fürchten, Ps. 147, I l; folglich wird auch von dieser Seite unser Verhalten
alles entscheiden. Was haben wir denn zu hoffen? was wird unser Verhalten für
die Zukunft feyn?
Zweyter Theil.
Hoffnung aufGorr in Ansehung unsere künftigen Verhaltene.
Auch in Ansehung unsere Verhaltens liegt für uns die Zukunft im Dunkeln.
Zwar kann der Mensch wissen was er will und soll, kann sich das Beste vornch-
wen, und ob es geschehen soll hängt mehr als das Schicksal, von ihm selber ab;
aber zwischen dem Entschluß und der Ausführung, wieviel kann da eintreten! Wenn
wir
») Siehe die vorhergehende Predigt.
') Pflicht wird hier im allgemeinen Verstände genommen, wo es den Glaube« ei»«
schließt. Diese Erinnerung geht über die ganze Predigt.