Titel:
Säcular-Feyer der Stadt- und Landgemeine zu Glückstadt
Beteiligte Personen:
Witt, Johann Gottfried Wikipedia
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Ansehung desErsteren hofft jederVernünfrige das Beste: in Ansehung des Lezter«»»
hoffc er, daß es besscr werden soll. Worauf aber beruht iiefe Hofnung?
Hörer darüber unfern Text
Ps. IOZ, 15 u. s. w.
Nach Anleitung dieser Werte laßt uns reden
von der Hoffnung auf Gort bey dem Antritt eines ne»»m
Zeitraums.
Sie bezieht sich
1) auf unser künftiges Schicksal,
2) auf unser künftiges Verhalten.
Erster Theil. r
Die Hoffnung aufGorr in Ansehung lmjers Gcbickjals.
Mit weiser Güte hat Gott dem Menschen die Zukunft verborgen. Wüßt«
der Mensch vorher, was ihm begegnen würde, so wäre seine Ruhe und sein Herz i*
Gefahr. Ware z. B. der Tag seines Todes ihm bekann«: wie sorglos würde er
denn leben, er, ver nun, da er nur den geqenmarti^enTruqenvlict ftt» nennen kann,
-feineBesserung verschiebt, als hätte er mit dem Tode einen Bund gemacht'. Wüßte
er mit Gewißheit, daß glückliche Tage seiner warten, wie selten würde er sich ihrer
würdig machen Sähe er sein Unglück voraus, wie würden ihm dadurch seine fro«
hen Stunden verbittert werden! Bey dieser Ungewißheit kann die Frage: n>ie
U)irds mir tünftig gehen? nichts weiter heißen, als daß der Mensch auf sich
und um sich sieht, und die Vergangenheit mir der Gegenwart zusammen nimmt, um
daraus zu schlössen, zu ahnden, was ihm bevorsteht. Nachdem es nun ist wird er
hoffen o?er fürchien. Sorge, Furcht, Hoffnung und zulezt der Tod, das ist das !oos
der Menschheit. Sirach 40.
Was haben wir denn ;u erwarten? Unfer Zeitalter hat in die Augen fallende
Vorzüge. Da« vollendete Jahrhundert hat die Menschheit in Vitien Kenntnissen
merkliche Fortschritt« machen lassen. Aber die Mängel desselben sind auch u'nläug»
bar. Zu allen Zeiten haben Uebl der schlimmsten Art mit der Bilcunq im Aoußern
gleichen Schritt gehalten.') Wüßte die Menschheit ihre Zeilvorzüge zu benutzen;
D o:er
>) Als Kriechet and llt«d. Rom am cnltivntsten wäre», herrsch«? inchlien die größte
Zügeltosizkeit. O daß dies in unser» Tagen nicht.Stall halte!