Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
Sache dur Christenheit zu füll renden Kampfes in allen Staaten des Abend-
landes veranstaltet, worden ; 0 es kam dazu ferner der sicherlich auch nicht
gering zu schätzende Gewinn, welchen der Orden durch die von ihm im
grossen Stile getriebenen kaufmännischen Speculationen zu machen wusste.
Die Tempelherren trieben nämlich nicht bloss, wie es ja später auch die
Deutschordens - Ritter in Preussen (baten, einen schwungvollen Gross-
haudel, sondern sie verwertheten auch ihre Flotte, indem sie die Schiffe
zum Transporte von Pilgern und Kreuzfahrern vermietbeten.*) Ausserdem
aber benutzten sie ihre Stellung und ihre reichen Hilfsmittel im Abend"
und im Morgenlande, wie es scheint, zur Vermittelung des ohne Frage
sehr beträchtlichen Geld Verkehrs zwischen beiden Gebieten: sie waren
durch ihre Geschäftsführer und Agenten die Wechsler, die Banquiers für
alle vornehmen Kreuzfahrer und l'ilger; ja, mehr noch, sie liehen den
Fürsten, die ja im Vergleich mit ihnen arme Leute waren, beträchtliche
Geldsummen,s) sicherlich doch beides nicht um den blossen Gotteslohn,
sondern gegen hohe Courtagen und Zinsen. Hatte doch der Orden kurz
vor dem Hereinbrach der Katastrophe an Philipp den Schönen von Frank-
reich, der zur Ausstattung seiner Schwester bedeutende Summen brauchte,
die Summe von 500,000 Francs geliehen!') Ks wird also wohl nicht
übertrieben sein, wenn uns von den staunenden Zeitgenossen erzählt wird,
dass der Hochmeister Jacob von Molay. als er, der verhängnissvollen Ladung
1) Vgl. hei Rymer, Foedern I, 577 die Bulle 1'. Alexander IV., welche dem
Orden dieses Hecht insbesondere neu bestätigt, weil man es ihm vielfach beeinträch-
tigt habe mit dem Vorgeben, der Orden sei schon zu reich.
2) örouvellc 200. Vgl. Papon, Histoire «le Provence II, 29!» die Angaben
fiber den Process, welchen die Commune von Marseille 1233 gegen den Orden an-
strengte in Bekämpfung des demselben durch Hugo de Baux, Vicomte von Marseille,
P212 verliehenen Rechtes zum Pilgertransport nach dem Orient und der schliesslich
dahin entschieden wurde, dass der Orden (und ebenso der in gleicher Lage befind-
liche Johanuitcrordcn) nur zweimal im Jahre zwei Schilfe, jedes zu 1500 Mann, sollte
abgehen lassen dürfen.
3) Vgl. Duchesne, SS. hist. gall. IV, 512 Ober ein beträchtliches Anleiten
Ludwigs VII. von Frankreich; Baluze, Kpae Innocentii III., I, 508; Hviner,
Foedera I, 342 (Heinrich III. von England Schuldner des Ordens); Ludwig IX.
bemfihte sich vergeblich um die finanzielle Hilfe des Ordens: Joinville (ed. de Wailly)
p, 208; 1274 cjuittirt HM. Wilhelm v. Bcaujeu fiber die Rückzahlung von 30,307
livres Tournois, die der Orden einst dem König von Kngland geliehen hatte.
Rymer, Foedera II, 34. Karl von Anjou half der Orden 12C7 durch Uebcrnahme
der Bürgschaft zur Aufnahme einer Anleihe bei französischen Capitaliste!!, wofür er
von P. Clemens IV. ausdrücklich belobt wurde. M a r t e ne, Thesaurus aneedot. II, 534.
4) Grouvelie 202-3.