Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
sich mit verehrendem Colitis allein dem »um dem Himmel gestürzten, mit
seinem Vater aber nicht in unversöhnlicher Feindschaft lebenden unteren
Gott, dem Urheber der Materie und de« Bösen; wie sie diesen auffassten,
haben wir schon gesehen: er macht die Bäume spriessen und die Erde
Frucht tragen, er giebt seinen Gläubigen nicht bloss Gesundheit, sondern
auch Gehl und Gut und alle weltliche Herrlichkeit; gerade dem Tempel-
herren-Orden, der mit alledem so besonders reich gesegnet war, hat er
seine vorzügliche Gunst zugewandt; derselbe ist ihm daher denn auch zu
besonderem Dank verpflichtet. ') Ist also nicht auch hier der Cultus der
Materie unverhohlen ausgesprochen? Handelt es sich nicht auch hier, ähn-
lich, wenn auch nicht ganz so arg wie bei den Luciferianern, um eine
grob sinnliche Auffassung? Und sind endlich — das ist die Hauptsache
— die Consequenzen, die sich daraus für die Moral ergeben, nicht denen
sehr nahe verwandt, die wir bei den Luciferianern gefunden haben?
Ganz bestimmt hatte es nicht bloss die öffentliche Meinung schon
ausgesprochen, die Anklageschrift wiederholte es auf das schärfste, da*s
die Gier nach Vermehrung des Besitzes in dem Orden so gross
geworden sei, dass den Kittern jedes Mittel recht sei, das diesen Zweck
irgend fördern könne. Man habe es im Orden nicht für Sünde gehalten,
fremdes Gut, sei es auf redlichem, sei es auf unredlichem Wege, an sich
zu bringen, hiess es,5) ja es wurde behauptet, dass die Glieder des Ordens
sich eidlich zu der rücksichtslosesten Förderung desselben in diesem Funkte
verpflichten müssten;3) und selbst meineidig zu werden habe dazu nicht
für verboten gegolten. ») Diesen Anklagen aber gab nun der in verhältniss-
mässig kurzer Zeit zu unglaublicher Höhe gestiegene lieichthuin des Or-
dens einen schwer wegzuleugnenden thatsächlichen Rückhalt;4) viel ent-
scheidender noch aber fiel gegen den Orden ins Gewicht der Gebrauch,
1) Vgl. Con eil. H rit. II. 302: die Zeugenaussage, wonach die Idolverelinitig
ortuin habucrat a quodaai magno magislro tutius ordini.-, qui multimi uiiipli-
fieaverat possesaiones tutius ordini» et quod moriem fecit vocare diversos
praeeeptores; quibus dixit per moduin collationiü, quod ni vellcnt domiuari et esse
in honore, quod adorarent tale caput.
2) Art. 9 8: quod non repiitaliatur peccatimi — per fus a ut ti e fa» jura ac-
quirere aliena.
3) Art. 91). Item, quod juratneutum praestabatur ab eis uugmeiitum et quaestum
dicti ordiuis ijuibuscunque modis possimi per t'as uni nefas procurare.
4) Art. 100. Item quod non reputabalur peccatimi propter hoc dejerare.
6) Vgl. dio Aussage Williuins de Kilros Coucil. H rit. II, 377 quod magna
«uspicio--laboraba! contra dictum ordineiu — tarn pro eo, quod urdo ita
subito exalt a ba tur.