sonders bemerkt zu werden . Wir haben bereits gesehen , welch raschende Aehnlichkeit gerade in einigen von diesen Punkten zwischen Luciferianern und Tempelherren obwaltet .
Die Frage ist nun zunächst , ob denn diese Aehnlichkeit auch in zog auf die moralischen Con Sequen zen besteht , welche sich aus solchen Lehrmeinungen not h wendig ergeben müssen .
Das Bild , welches uns in dieser Hinsicht von den Lucifcriuuurii macht wird , ist ein unsäglich widerwärtiges und muss jedes sittliche fühl schroff abstossen . Der Gott der Luciferianer straft das Böae nicht nur nicht , er kcuut überhaupt kein Böses : und deshalb , so hcisst es , hielten die Luciferianer ihr« Zusammenkünfte an unterirdischen Orten , die sie zweideutig „ Busshöhlen14 nannten , und überHessen sich dabei den schamlosesten geschlechtlichen Ausschweifungen , bei denen sie selbst vor den Grcuclu der Blutschande nicht zurückschreckten . Es scheint fast , als ob sie dabei von der Voraussetzung ausgegangen seien , dass , in welchem Pfuhle sich auch der Körper wälzen möge , die Seele davon doch aus unberührt bleibe . ' ) Zu diesem crassei ! Materialismus , diesem roheu Cultus der Sinnlichkeit stimmt es nun freilich ganz vortrefflich , wenn wir hören , dass die Ilauptsorge der Luciferianer auf die Erwerbung von Geld und Gut gerichtet gewesen sei , und dass es sich in den Gebeten , die sie au ihren Lucifer richteten , vor allem darum gehandelt habe , dass derselbe ihuen Reichthümer verleihen möge . » )
Sehen wir nun zu , wie sich das Leben der Tempelherren , die in wissen Punkten den Glauben der Luciferianer theilten , von dieser lage nus gestaltet hat : — so werden wir einräumen müssen , dass auch auf diesem Gebiete ein gewisser Zusammenhang unverkennbar ist , insofern nämlich , als das Leben der Tempelherren der aus ihrem Glauben sich gebenden laxeu Moral durchaus entsprach . Die sittliche Verkommenheit , von welcher der Tempelherren - Orden gegen das Ende seiner Laufbahn hin nicht freigesprochen werden kann , und die von keinem auderen gangspunkte erklärlichen tolleu Gebräuche , die wir in demselben herrschend gefuudeu haben , erklären sich nur allzu gut uud nur allzu einfach aus den sturk luciferianischen Glaubensvorstellungeu , die ihnen zu Grunde liegen .
Der obere Gott , der Schöpfer des Geistes und des Guten , 3 ) galt auch den Tempelherren für durchaus unnahbar und uufassbar ; auch sie nahen
1 ) S . die von Loisvleur 00 angeführten Beispiele .
2 ) Schmidt I . e .
y ) Vgl . oben S . —54 .