mou aus dieser schmutzigen Cereuiouiu eigentlich machen ? Eine Probe auf den unbedingten Gehorsam des Neulings gegen jeden Befehl seiner Oberen kann man vernünftiger Weise doch nicht darin sehen , und ebenso wenig ein Mittel , um diejenigen , welche um den Preis einer so digenden Demüthigang in den Orden gekommen waren , durch Erregung des Schamgefühls zur Wahrung des strengsten Geheimnisses zu bestimmen über alles dasjenige , was bei ihrer Reception geschehen war . Nun spielte auch bei den Kathareni bei der Aufnahme eines neuen Glied«» in ihre Gemeinde , bei dem Consolamentuin , ' ) der Kuss eine nicht unbedeutende Holle . Der neu Eingetretene erhielt von dem Aufnehmenden zweimal den Bruderkuss auf den Mund und gab denselben dann an den ihm zunächst Stehenden weiter , von welchem dann ein Gleiches geschal ) , so dass zum Schlüsse der ganzen Ceremonie der Bruderkuss zwischen allen an derselben Theilnehmenden gewechselt war . 1 ) Sollte etwas Aehnliches nicht in dem Tempelherren - Orden üblich gewesen sein ? Sollten die drei Küsse , die bei der Aufnahme in den Orden zwischen dem Itecipienden und den ihn reeipirenden Bittern gewechselt wurden , nicht ursprünglich die Bedeutung dieses katharischen Bruder - und Friedenskusses gehabt haben ? Die Annahme hat doch viel iutiere Wahrscheinlichkeit für sich . Die schmutzige Entartung aber , welche diesen Gebrauch schliesslich zu einer so widerwärtigen Grimasse umgestaltete , kann , da ja ein Zusammenhang der templerischen Ketzerei mit der der scheusslichen Luciferianersecte nicht abgeleugnet werden kann , von keiner Seite her so einfach und so erschöpfend erklärt werden , als wenn wir ihren Ursprung auf lucife - rianisches Vorbild zurückführen : derartige Ceretuouien stimmen einmal ganz zu der crass sinnlichen Richtung , welche die Häresie der Luciferianer kennzeichnet und , wie wir wissen , schliesslich in den wüstesten Orgien , die für gottesdienstliche Handlungen galten , ihren Ausdruck fand . Zudem aber werden wir weiterhin noch ein paar Momente kennen lernen , in welchen die der letnplerischeu Ketzerei entsprungenen Cultusforinen ganz bedenklich an die Greuel erinnern , deren Schauplatz die nächtlichen sammenkünfte der Luciferianer waren .
Schon darin kann man einen neuen Zug der Verwandtschaft zwischen
Vgl . Conci ) . Ii ri t . II , U7t ) : Thomas do Rroughtou sagt : quod bene audi vii in partiluis truiiMiiarinis et contra , quoti quando aliqiiis Crater reeipitur in ordine tein - receptos dcosculatur recepto rem in posteriora — und ähnlich »ehr oft !
1 ) C . Schmidt a . a . O . II , IUI tV .
2 ) S . auch Loiseleur 144 .
l'rati , Tempelhirrcn . • " £