Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
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iiiuliruiig der teuiplerischen Geheimlehre in Gestalt eines besonderen
Geliei instatuts in Castellum Peregrinaron) stattgefunden hat, so würde sich
daraus aucli ein erster Anhalt zur ungefähren Bestimmung der Zeit er-
geben, in der die Geheimlehre zu dieser entschiedenen Ausbildung ge-
kommen ist: denn der Hau dieser Vest« wurde unter Mitwirkung der
eben im I^ande anwesenden zahlreichen Kreuzfahrer und namentlich
der beiden anderen Ritterorden 1219 in Angriff genommen, 1291 aber
ging Athlit verloren: die hier erwähnte Aufzeichnung von Geheimstatuten
in Castellimi Peregri nom in musste demnach zwischen 1220 und 1290 statt-
gefunden haben. Uebrigens findet die Aussage des Ritters Stephan eine
Bestätigung darin, dass auch in den Angaben eines irischcu Tempelherren,
Ilenricus Tanet,') eine ganz bestimmte ilinweisuug auf die syrische Ilaupt-
burg des Ordens als den llauptsitz der Ketzerei und der ihr entstammen-
den Ceremonien enthalten ist. Auch werden wir im weitem Gange dieser
Untersuchung noch eine Reihe von Momenten zu besprechen haben, welche
nachdrücklichst darauf hinweisen, dass die ketzerische Gebeimlehre des
Tempelherren-Ordens überhaupt zuerst im Orient entwickelt und erst von
dort nach dem Abendlande verpflanzt worden ist.
Nach alledem wird man wohl nicht mehr daran zweifeln können, dass
es im Tempelherren-Orden neben der dem äusseren Anscheine nach allein
maassgebenden Regel von 1128 s) noch ein besonderes Geheimstatut gab,
in') welchem natürlich das eigentliche Wesen des Ordens, wie es sich da-
mals entwickelt hatte, seinen entsprechenden Ausdruck fand.
croisés en Syrie 91 ff. — GrouvcUo 103, N. 1 macht aus Castel Peregrino
irrthümlich Montpellier (dessen Namen beiläufig bemerkt aus Möns puellunuu
entstanden ist).
1) Conci). Brit. Il, 358: Dieit ctiam, quod quidam praeeeptor Castri
Pele ri il i «le part i bu s S y r i a o inultos recepii sub dieta abnegatane. — Vgl. die
Notiz in der von Jean de Montroyal den päpstlichen Commissure» eingereichten
Rcchtfcrtigungsschri ft, Michelet I, 143: Item, proponent deu core de Santa
Eufemia que venit a Castel Pelegri por grace de I)e, en quel lue il a fiiez
plu sors miracles, und die Aussage des Guido miles Delphini ebendas. I, 419 be-
treffend »aliquas reliquias, qiias habebant in ordine ultra mare, sc. beatoruui
Policarpii et Eufemie/
2) Die ja auch schon mit einem starken Geheiinniss umgeben war: vgl.
Maillard 51.
3) Vgl. namentlich die später noch in anderer Beziehung zu würdigende wichtige
Stelle Concil. Brit. II, 3G3: dixit etiam eidein fratri, quod frater Willelmus delà
More, nunc magnus magister Angliae, — — portavit unum magnum rotiiliiiii
de grossa littera, in quo scribe bant iir Observationen et adorationes
ne farine.


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