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Auf diu Frage , ob der Tempelherren - Orden , für den nach dein Glauben der Welt die unter Beiruth und hervorragender Mitwirkung Bernhards v . Clairvaux festgestellte Regel von 1128 allein ««massgebend war , die ihm darauf hin gewährte Ausnahmestellung zur Ausbildung und Befolgung eines auf durchaus häretischer Grundlage beruhenden Geheimstatuts benutzt habe , kann nach dem Inhalt der uns vorliegenden Zeugenaussagen nicht auders als mit einem bedingungslosen Ja geantwortet werden .
Einmal nämlich ergeben die Berichte derjenigen in dem Processe hörten Tempelherren , welche sich ausführlicher über die bei ihrer Aufnahme in den Orden beobachteten Ceremonial verbreiten , dass , wenn auch zu allen Zeiten hie und da die alten , durch die Hegel von Troyes schriebenen Formen' ) beibehalten worden sind , doch in der bei Weitein überwiegenden Zald der für uns festgestellten Fälle allerdings ganz anders verfahren wurde , als eigentlich hätte geschehen sollen : die Verleugnung Christi , die Verhöhnung des Crucifixes und das Küssen der Ordensbrüder auf unanständige Stellen spielen dabei durchweg die Hauptrolle . * ) Dieser gewichtigen ThaLsache gegenüber ist es für jetzt gleichgültig , ob es lich iu mehreren Fällen so gehalten worden ist , wie es ein Zeuge des englischen Processes , Stephan v . Stapelbrugge , uu sich erfahren haben will : derselbe giebt an , zunächst in der durch die Kegel von Troyes
1 ) Statuta Art» 58 ( ed . Merzdorf ) ; §§ 3 u . 5 , bei Maillard 207 u . 209 .
2 ) Nach Dupuy I , 17 bekannten die 140 durch die königlichen Inquirenteu hörten Templer stimmt lieh , bei der Aufnahme in den Ordeu Christum verleugnet und das Kreuz bespieen zu haben ; die sich dessen Weigernden sind zur Fügsamkeit gezwungen worden . Kin gleiches Krgebniss liefern die Acten des l'roccsscs vor der päpstlichen Commission 1309—11 bei Michelet an vielen Stellen , des toscamschen Processes bei Loiseleur , z . B . S . 175 , und des englischen , Coiteli . Brit . II , 359 , 3C0 , 379 , vgl 358 .