Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
heisscnden Unternehmen bereitet wurde. Und um dieselbe Zeit hatte die
Kirche begonnen, gegen die Ketzer Südfrankreichs das Kreuz zu predigen,
und während man sich in Palästina's Küstenlandschaft dem Andränge der
mimer neue Schaaren in das Feld führenden Feinde kaum noch erwehren
konnte, strömte, von der Kirche missleitet, die gesammte Ritterschaft
Frankreichs und der zunächst benachbarten Gebiete zum Kampf gegen
die bekeuntuisstreuen Albigenser, welcher nicht bloss dieselben kircldichen
Vortheile verhiesa wie ein Kreuzzug nach dem fernen Osten, soudera wo
unter dem Segen der Kirche in eiuem greuelvollen Verwüstungskriege jede
Gewaltthat erlaubt war und jede wilde Leidenschaft befriedigt werden
durfte. Noch einmal hatten die Christeu Palästinas einer günstigere!!
Wendung ihres trüben Geschickes sicher sein zu können geglaubt, als
Kaiser Friedrich II., des Vaters und des Grossvaters Entwürfe auf-
nehmend, sich zu der Heerfahrt nach dein Osten gerüstet hatte, um die
Krone vou Jerusalem für sich in Anspruch zu nehmen und die Leitung
der dortigen heillos zerfahrenen Zustäude in straffer, absolutistischer Cen-
tralisation in seine starke Hand zu nehmen. Dass ihm dies nicht gelaug,
dass die hochgehenden Hoffnungen der Frauken Palästinas auch diesmal
wieder kläglich zu Schanden wurden, musste in weit höherem Grade noch
als in allen früheren ähnlichen Fällen dem rücksichtslosen Egoismus der
nur ihren eigenen Vortheil kennenden päpstlichen Politik zur ljast gelegt
werden. ') Wenn nun dabei auch die Tempelherren auf der Seite der
Curie standen und sich die von derselben befohlene Durchkreuzung aller
der christlichen Sache Vortheil verheissenden Entwürfe des als freidenkerisch
verrufenen Staufers ganz besonders angelegen sein Hessen, so wurde da-
durch, da es sich für sie zunächst nur darum handelte, die ihre eigeue
Herrlichkeit bedrohende Macht des stauûschen Hauses von Palästina fern
zu halten, in den so zu sagen innerlichen, geistigen Beziehungen des Or-
dens zu dem durch den Papst vertretenen Kirchenthum auch nicht dus
Geringste geändert; im Gegentheil, die Seite, von welcher die Tempel-
herren das Papstthum eben bei dieser Gelegenheit als Verbündete desselben
kennen lernten, konnte eigentlich nur noch dazu beitragen, sie in der un-
1) Vgl. die Aeuucrungen Pierre Vidais von Toulouse bei Fauriel II, 130/31:
.Der Faptt und die falschen Lehrer haben die H. Kirche in solche Trauer versetzt,
dass Gott selbst darüber ergrimmt. Dank ihren Sünden und Thorheiten haben die
Häretiker sich erhoben; denn wenn sie selbst das Beispiel des Bösen geben, ist
es schwer, dass sonst jemand sich von demselben fern halte.--Die Welt ist
so, dass, was gestern schlecht war, heute noch schlechter ist, und seit der Führer
der Gottesstreiter, der tapfere Friedrich II., unterging, haben wir noch
nicht wieder von einem tapferen und ruhmvollen Herrscher reden hören."