Zeugnis» in dein Sirvente eines provenvalischeu ritterlichen Sängers , der sieb selbst als ein Mitglied de» Tempelherren - Ordens zu erkennen giebt . Das in der bezeichneten Richtung höchst charakteristische Gedicht ' ) ist iiu Jahre 1266 entstanden , unmittelbar nach einer vernichtenden Niederlage , welche die Ritter des Tempelherren - Ordens im Kampfe gegen den Sultan Bibars erlitten hatten .
„ Schmerz und Zorn " , so hingt der streitbare Dichter unter dem druck des eben erfahrenen Unglücks , „ erfüllen meine Seele und drohen fast mich zu tödten . Wir erliegen unter der Last dieses Kreuzes , das wir auf uns genommen haben zn Ehren dessen , der daran geheftet ward Es giebt kein Kreuz , es giebt keinen Glauben , der uns zu helfen vermöchte gegen diese verfluchten Schurken von Türken . Offenbar ist es vielmehr , und männiglich kann es sehen , dass Gott selbst dieselben beschützt zu unserm Unheil . " Nach einer Klage über den Fall Caesareas und Arsufs . nach dem man sich von den Ungläubigen wohl bald noch schlimmerer Dinge werde versehen können , fährt der Dichter in steigendem Unmuthe fort : „ Gott hat wohl geschworen , keinen Christen am Leben zu lassen und eine Moschee ( bafomairia ) zu machen aus der S . Marienkirche . Und weil sein Sohn , der sich dem entgegensetzen müsste , dem zustimmt und das gut findet , so werden wir uns auch wohl damit zufrieden geben können ! Ein rechter Thor also ist , wer den Kampf noch sucht mit den Türken , denen Gott ja alles und jedes erlaubt . 1st es denn da noch zu verwundern , dass dieselben alles besiegen , Franken so gut wie Tartareo . Armenier so gut wie Perser , und dass sie uns Templer hier jeden Tag von neuem blutig schlagen ? Gott , der ehemals wachte , schläft jetzt . Mohamed entfaltet seine ganze Kraft und läs»t seinen Diener Malek Daher ( d . i . Sultan Miliars ) schalten und walten . Der Papst aber verschwendet seinen Ablas» gegen die Deutschen , au die von Arles und an Frankreich , hier bei uns aber da geizt er damit ! " * )
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1 ) Es steht in freier Uebersetzung bei Fauriel , Histoire de la poésie vengale II , 138—39 und ltaynouard , Poésie des troubadours IV , 185 .
2 ) Es wäre leicht , aus dent 13 . Jahrhundert und namentlich aus den Gesäugen der provençalischcn Dichter cinc Fülle Ähnlicher , zum Theil noch viel abfälligerer Urthcilc über die Kreuzzüge und die von neuem zu deuselben antreibende Kirche zusammenzustellen . Namentlich die Albigenserkriege kühlten den gerade in frankreich einst so heissen Glaubenseifer gründlich nb : die Troubadours ergriffen in denstlbcn die Partei ihrer weltlichen Herren und ergehen sich in bitterer Satire