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Bedenkt man nämlich , zu welch gewaltiger Höhe die christliche Glaubensbegeisterung durch die Kreuzzüge , obgleich diese nicht aus ihr hervorgegangen waren , emporgetrieben worden ist , wie dieselbe im lichen Kampfe gegen die Mohamedaner zu bethätigen der eigentliche halt und die höchste Blüthe des Daseins für unzählige Tausendu gewesen war , so wird man sich nach der anderen Seite hin auch ein wenigstens ungefähres Bild machen können von dein wirklich niederschmetternden Eindrucke , welchen die schliessliche ungünstige Wendung des grossen Glaubenskrieges , das klägliche Unterliegen der christlichen Kämpfer gerade iu den Kreisen hervorbringen inusste , welche kirchlich besonders erregt und daher äusserlich und innerlich bei der längst erwarteten , aber doch durch keine Anstrengung mehr abzuwendenden Katastrophe besonders nahe betheiligt waren . Der Ausgang des fast zwei Jahrhunderte hindurch geführten Kampfes um den Besitz des Heiligen Landes konnte doch lich nicht anders aufgefasst werden denn als ein Unterliegen des thums gegenüber dem stärkeren Islam . Aber mau nahm das nicht bloss äusserlich . sondern innerlich : iu den Vertheidigern Palästinas schien das Christenthum selbst den Mohamedanern erlegen zu sein , und von da aus konnte dann leicht die Vorstellung entstehen , dass es sich hier um eine Art von Gottesgericht gehandelt habe und dass mit dem Ausgange desselben ein für alle Zeit maassgebendes Urtheil über den Werth und den historischeu Beruf der beiden streitenden Religionen abgegeben worden sei . Dieser fassung begegnen wir denn auch thatsächlich mehrfach und zwar — wie leicht erklärlich — am schärfsten ausgesprochen gerade in den Kreisen derjenigen , welche die Last des hoffnungslosen Kampfes gegen die kenner des Propheten am längsten und am ausdauerndsten , anfangs am freudigsten und dann am aufopferndsten getragen hatten : gerade in diesen sah man den Triumph des Islam , der auch durch die verzweifeltste keit uicht mehr aufzuhalten gewesen war , au als einen Erweis dafür , dass der Gott Mohameds allerdings stärker sei als der Gott der Christen ! — oder aber , mau meinte daraus die Erkenntniss gewonnen zu haben , dass der Gott der Christen seine Bekenner den Ungläubigen preiszugeben schlossen habe . ' ) Und gerade innerhalb des Tempelherren - Ordens scheint nun dieser Eindruck der unheilvollen Wendung , welche der Kampf gegen die Mohamedaner seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts nahm , schieden überwogen zu haben . Dafür besitzen wir ein unwiderlegliches
1 ) Vgl . hierzu im Allgemeinen die Auseinandersetzung bei Reuter , Geschieht« der religiösen Aufklärung im Mittelalter II , S . 30 fl " .