Titel:
Geheimlehre und Geheimstatuten des Tempelherren-Ordens
Beteiligte Personen:
Prutz, Hans Wikipedia
Iii dem Vorhandensein über und in dem Aussprechen und Verbreiten
einer solchen Meinung lag für die dnmulige Zeit uucli schon ein erster,
aber sehr bestimmter Anfang zu einer directen Verdächtigung auch der
Rechtgläubigkeit des Ordens.
Dans die Tempelherren in diesem wichtigen Punkte den strengen An-
forderungen der Kirche ihrer Zeit genügten, ist denn auch tbatsächlich
schon sehr frühzeitig in Zweifel gezogen worden, und schon in der
zweiten Hälfte des zwölften .Jahrhunderts gilt der Orden in
gut unterrichteten Kreisen für ketzerisch angekränkelt. Ein
deutscher Geistlicher, Johann von Würzburg, der 11G4—65 eine Reise
nach dem Heiligen Lande machte und uns einen für die Kenntniss der
damals dort herrschenden Zustände sehr lehrreichen Bericht darüber hinter-
lassen hat, schildert den" ausgedehnten und prächtigen l'alast des Tempel-
herren-Ordens zu Jerusalem mit eiuem riesigen Stalle dabei, der nicht
weniger als 2000 Pferde und 1500 Kameelc 7.u fassen im Stande gewesen
sein soll, ') und mit weitläufigen anderen Nebengebäuden sowie einer
grossen, eben im Neubau begriffenen Kirche, rühmt den Keichthum des
Ordens an liegenden Gründen im Heiligen Lande sowohl wie in anderen
Gebieten und erkennt auch die freigebige Armenpflege und die Tapferkeit
der Kitter im Kampfe gegen die Ungläubigen an, fügt dann aber die
schwerwiegende Bemerkung hinzu, dass der Orden durch den Ruf der
Ketzerei verunziert werde, — ob mit Recht oder nicht, lässt Johann
von Würzburg dahin gestellt, hält aber die Sache doch für erwiesen durch
die üble Rolle, welche der Orden 1149 bei der Belagerung von Damaskus
gespielt habe.1)
Duss es sich bei dieser Angabe Johann's von Würzburg um mehr
handelte als ein nichtiges Geklätsch, dass die von der öffentlichen Meinung
gegen den Orden erhobene Anklage einer thatäächlichen Begründung nicht
wesen »ein des Sohnes de* Sultans Corradin von Aegypten: L'Kstoirc 370, 71, 72.
Auch Renegaten soll der Orden hervorgebracht haben: als ein solcher wird 1187
Job. Gale, der Vertheidiger von La Koche Guillaume in Armenien, bezeichnet.
L'Kstoirc 728.
1) Ks handelt sich augenscheinlich um einen der gewaltigen K h uns, deren von
zahlreichen kleineren und in der Mitte von einer grossen Kuppel überwölbter Hof
ganze Kurnwancn aufnehmen konnte, während die vier Flügel mit um die einzelnen
Stockwerke laufenden Galerien uls Wohnungen und Waurcnmagazine dienten.
2) Tohler, Dcscriptiones Terrae Sanctae s. VIII—XV, p. 130. . .. sed
hi, nebcin quo infortunio, si ve ex falso, si ve ex vero, ijiioud fumai* rehUlonem,
aspersi sunt perfidiac dolo: quod tarnen manifeste probatura est per fuctuin
illud apud Damuscum rum rege Conrado.