Iii dem Vorhandensein über und in dem Aussprechen und Verbreiten einer solchen Meinung lag für die dnmulige Zeit uucli schon ein erster , aber sehr bestimmter Anfang zu einer directen Verdächtigung auch der Rechtgläubigkeit des Ordens .
Dans die Tempelherren in diesem wichtigen Punkte den strengen forderungen der Kirche ihrer Zeit genügten , ist denn auch tbatsächlich schon sehr frühzeitig in Zweifel gezogen worden , und schon in der zweiten Hälfte des zwölften . Jahrhunderts gilt der Orden in gut unterrichteten Kreisen für ketzerisch angekränkelt . Ein deutscher Geistlicher , Johann von Würzburg , der 11G4—65 eine Reise nach dem Heiligen Lande machte und uns einen für die Kenntniss der damals dort herrschenden Zustände sehr lehrreichen Bericht darüber lassen hat , schildert den " ausgedehnten und prächtigen l'alast des herren - Ordens zu Jerusalem mit eiuem riesigen Stalle dabei , der nicht weniger als 2000 Pferde und 1500 Kameelc 7 . u fassen im Stande gewesen sein soll , ' ) und mit weitläufigen anderen Nebengebäuden sowie einer grossen , eben im Neubau begriffenen Kirche , rühmt den Keichthum des Ordens an liegenden Gründen im Heiligen Lande sowohl wie in anderen Gebieten und erkennt auch die freigebige Armenpflege und die Tapferkeit der Kitter im Kampfe gegen die Ungläubigen an , fügt dann aber die schwerwiegende Bemerkung hinzu , dass der Orden durch den Ruf der Ketzerei verunziert werde , — ob mit Recht oder nicht , lässt Johann von Würzburg dahin gestellt , hält aber die Sache doch für erwiesen durch die üble Rolle , welche der Orden 1149 bei der Belagerung von Damaskus gespielt habe . 1 )
Duss es sich bei dieser Angabe Johann's von Würzburg um mehr handelte als ein nichtiges Geklätsch , dass die von der öffentlichen Meinung gegen den Orden erhobene Anklage einer thatäächlichen Begründung nicht
wesen »ein des Sohnes de * Sultans Corradin von Aegypten : L'Kstoirc 370 , 71 , 72 . Auch Renegaten soll der Orden hervorgebracht haben : als ein solcher wird 1187 Job . Gale , der Vertheidiger von La Koche Guillaume in Armenien , bezeichnet . L'Kstoirc 728 .
1 ) Ks handelt sich augenscheinlich um einen der gewaltigen K h uns , deren von zahlreichen kleineren und in der Mitte von einer grossen Kuppel überwölbter Hof ganze Kurnwancn aufnehmen konnte , während die vier Flügel mit um die einzelnen Stockwerke laufenden Galerien uls Wohnungen und Waurcnmagazine dienten .
2 ) Tohler , Dcscriptiones Terrae Sanctae s . VIII—XV , p . 130 . . . . sed hi , nebcin quo infortunio , si ve ex falso , si ve ex vero , ijiioud fumai * rehUlonem , aspersi sunt perfidiac dolo : quod tarnen manifeste probatura est per fuctuin illud apud Damuscum rum rege Conrado .